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alles, was bisher verwirrt und geſpalten war, durch dieſes perſönliche Begegnen ſich friedlich löſen und einen laſſen.
Hofft die Großmutter das? fragte der Graf. Wie gern hofft' ich es auch, müßte ich nur nicht das Gegentheil fürchten!
Wollen Excellenz die hohe Gnade haben, mir zu erlauben, Denen⸗ ſelben gleich jetzt das mir Befohlene unterthänigſt vorzutragen, oder befehlen Sie eine andere Stunde?
Tragen Sie vor, werther Herr Windt, tragen Sie immerhin vor! verſetzte der Graf im vornehm ſpöttiſchen Tone. Jedenfalls wird es beſſer ſein, Sie tragen vor, ehe das Eſſen aufgetragen wird. Ich hoffe ja mit Zuverſicht, Sie werden mir nicht gleich den Appetit ganz verderben. Auch dauert es hoffentlich nicht allzulange?
Wie im Scherz zog der Graf ſeine Uhr, blickte darauf und fuhr fort: Ich gönne Ihnen eine volle Viertelſtunde, allein ſetzen wir uns, ſetzen wir uns alle, meine Herren; als geſetzte Männer wer⸗ den wir ohne Zweifel den Vortrag des Herrn Haushofmeiſters, Gene⸗ ral⸗Intendanten, Geheimen Rathes und Factotums unſerer geliebteſten Frau Großmutter um ſo ſtandhafter anhören. Nehmen auch Sie ſich einen Seſſel, Herr Windt, und eröffnen wir ſomit gleich die erſte der uns leider ſicherlich hier bevorſtehenden vielen Sitzungen.
Der Haushofmeiſter achtete nicht auf den ſpöttiſchen ſtichelnden Ton des jungen Erbherrn, er ſchrieb ihn deſſen Mangel an Schick⸗
lichkeitsgefühl im Benehmen gegen ältere Perſonen zu und dem Ver⸗
druß, durch ihn im Auftrag ſeiner Gebieterin hierher bemüht worden
zu ſein, gerade zu einer Zeit, wo einerſeits der Graf, der jetzt in
Holland wohnte, als perſönlicher Freund des Erbſtatthalters der Nie⸗ derlande und deſſen Sohnes, des Erbprinzen von Oranien vollauf mit der Bewaffnung der Niederlande gegen Frankreich beſchäftigt war, anderſeits die politiſchen Ereigniſſe in Frankreich faſt alle an⸗ dern und ſelbſt perſönliche Angelegenheiten einzelner Familien zurück⸗ drängten und in Schatten treten ließen.
Stets im ehrfurchtsvollen Tone, ruhig und gemeſſen ſprach nun Windt, und richtete ſein Wort lediglich an den Grafen, indem er gar nicht zu bemerken ſchien, daß er außer dieſem noch zwei andere Zu⸗ hörer hatte: Excellenz! Hochgnädigſter Herr Graf! Lange Jahre hin⸗ durch ſind auf der Frau Gräfin Wittwe ererbtes väterliches Vermögen
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