9. Ein Schiff vom Congv. 129
mich über mein Verdienſt herausſtrich, kam der Handel für 350 Dollar bar ins Reine. Ich war ganz durchdrungen von Dankbarkeit gegen Herrn Naylor und Herrn Tomſon und vornehmlich gegen den großen Gott, der auf eine ſo un⸗ erwartete Weiſe meinen heißeſten Wünſchen die Erfüllung hatte zu teil werden laſſen.
Herr Naylor ſagte hierauf, ich ſolle Zillah nach Hauſe bringen und er wolle es mit ſeiner Gemahlin verabreden, daß ſie bei ihr als Kammermädchen angeſtellt werde.
Als Zillah ankam, konnte ſie nur einige wenige Worte engliſch reden. Frau Naylor aber hatte ein Wohlgefallen an ihr, und unter der Leitung einer ſolchen Dame wurde ſie bald ſehr brauchbar in ihrem Dienſt und konnte ſichim Engliſchen verſtändlich machen. Sie bekam Erlaubnis in meinem kleinen Zimmer zu wohnen, und ich kann ſagen, daß ich mich nun ſo glücklich fühlte, als ein Menſch auf Erden ſein kann. Man kann ſich leicht vorſtellen, daß ich mich, nachdem der erſte Freudenrauſch vorüber war, nach meiner Mutter und den übrigen Gliedern meiner Fa⸗ milie erkundigte. Ich erfuhr bald, daß meine Mutter etwa ſechs Monate vorher geſtorben war, zum Teil an ge⸗ brochenem Herzen wegen meines Schickſals, daß aber alle meine Schweſtern ſich wohl befanden und meine beiden Schwäger die Regierung meines Königreichs zu großer Zu⸗ friedenheit meiner Unterthanen verwalteten.
Zillah ſelbſt fühlte ſich, wie ſie mir erzählte, nach meiner Abreiſe ſehr verlaſſen und wandelte alle Tage hin und her, namentlich am Flußufer, wo ſie oft nach Weſten ſchaute, als könnte ſie dorther etwas von mir ſehen oder hören. End⸗ lich erfuhren ſie auf einem Umweg, daß ich von dem Ka⸗
pitän betrogen und in Charleston verlaſſen worden ſei. Ob⸗
gleich Zillah von der Geographie gar nichts wußte, ſo konnte Barth, Zamba.(3. A.) 9 * 1
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