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8—— 130 S 9. Ein Schiff vom Congo.
ſie ſich doch des Namens Charleston deutlich erinnern, und N,
auch, daß Charleston in Amerika ſei. Selbſt nachdem ſie alle Hoffnung, mich je wieder zu ſehen, aufgegeben hatte, ging ſie doch immer noch an den Fluß und blickte nach Weſten. Eines Tages, als ſie etwa eine halbe Stunde vom
Hauſe entfernt und ganz allein war, bemerkte ſie ein großes
Boot, das gerade auf der Seite, wo ſie ging, den Fluß hinabruderte. Das Boot⸗egte ein paar hundert Ellen von ihr in einer kleinen Bucht an, und einige von den weißen Männern darauf kamen ans Land. Zwei von ihnen ſah ſie geradezu ins Land hineingehen; nachdem ſie aber eine halbe Viertelſtunde weit ſo gegangen waren, drehten ſie ſich rechts und fingen an zu laufen, als wollten ſie im Spaß einander nachſpringen. Dann wandten ſie ſich noch einmal dem Fluß zu und kamen gerade auf ſie los. Sie ergriffen Zillah bei den Armgelenken; einer von ihnen zog einen Hirſchfänger, und gab ihr, indem er auf ihren Mund und auf ihre Bruſt deutete, zu verſtehen, wenn ſie nicht ſchweige, ſo bringe er ſie um. Hierauf ſchleppten ſie das arme Weib nach dem Boot, in welchem etwa ein Dutzend weißer Männer und einige ſchwarze waren, ſetzten ſie hinein und ruderten nach der Mitte des Fluſſes. Bald hatten ſie ihr Schiff erreicht, das im Fluß vor Anker lag.
Kaum war die arme Zillah in dem Boot, als einige von den Männern ihr die Arm- und Ohrringe abzureißen verſuchten. Sie wurden aber ſogleich von einem Manne, der der Anführer der übrigen zu ſein ſchien, daran verhin⸗ dert. Auf dem Schiffe angelangt führte ſie derſelbe Mann in die Kajüte hinab, wo der Kapitän ſaß und rauchte; dort wurde die arme Zillah alsbald ihrer Zieraten, auch des Perlenhalsbands, beraubt und ohne weitere Umſtände in den Schiffsraum hinunter gebracht, wo ſie viele Tage lang große


