Druckschrift 
Der Negerkönig Zamba : eine Sklavengeschichte. Seitenstück zu "Onkel Tom's Hütte" / [Barth]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9. Ein Schiff vom Congo.

alles war jetzt nichts in meinen Augen, hatte ich doch meine geliebte Zillah ſelbſt wieder, und zwar allem Anſehen nach in guter Geſundheit, obgleich bedeutend abgezehrt und ab⸗ gemagert. Ich brauche nicht zu ſagen, daß meine Freude mein Erſtaunen weit überſtieg, und dieſe Freude wurde noch durch den Gedanken erhöht, der mir augenblicklich durch die Seele drang, daß ich bei meinem Herrn gut angeſchrieben war und Geld genug in ſeiner Verwahrſchaft hatte, um meine Zillah loszukaufen. Herr Tomſon blieb einige Mi⸗ nuten lang ſtille; ſobald aber mein Weib und ich uns ein wenig gefaßt hatten, kam er herbei und gratulierte mir zu meinem Glück.Wie, Zamba, ſagte er,das iſt ja ein ganzer Roman, ſo was habe ich ſogar im Theater nie ge⸗ ſehen. Ich werde gleich mit Herrn Naylor reden, daß er mit dem Kapitän wegen deiner Gattin die nötige Rückſprache nimmt, denn wenn der deine Geſchichte erfährt, ſo wird er ſicherlich den Preis für ſie ins Ungemeſſene ſteigern. Nach⸗ dem Herr Tomſon noch einiges Weitere angeordnet hatte, hieß er mich dableiben und die arme Zillah tröſten, indeſſen wolle er Herrn Naylor von der Sache benachrichtigen und eine Sklavin mit einigen Kleidungsſtücken für Zillah ſchicken. Nach einer Stunde kam Herr Naylor und ſagte:Jetzt, Zamba, kann ich dich belohnen für deine bisherige Treue in deinem Dienſt und für die großmütige Errettung Herrn Tomſons, als er in Gefahr war, zu ertrinken oder von Haifiſchen gefreſſen zu werden. Ich werde jetzt an Bord gehen und hoffe, mit dem Kapitän über den Ankauf deines Weibes leicht ins Reine zu kommen. Sofort ging er auf das Schiff, und einige Minuten daranf ſchickte er nach mir, da er, wie er ſagte, den Handel in meiner Gegenwart ab⸗ zuſchließen wünſche. Nach einer kurzen Beſprechung, in welcher er dem Kapitän etwas von meiner Geſchichte erzählte und