Druckschrift 
Der Negerkönig Zamba : eine Sklavengeschichte. Seitenstück zu "Onkel Tom's Hütte" / [Barth]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8. Eine Lebensrettung.

fältige Behandlung kam er in weniger als einer Stunde wieder zu ſich ſelber. Sobald er mich ſah und von den Umherſtehenden hörte, daß ich ihn gerettet hatte, ſtreckte er die Hand aus und ſagte:Zamba, ich habe immer etwas von dir gehalten; aber jetzt bin ich dir auf lebenslänglich verpflichtet; nie werde ich meinen edelmütigen Zamba ver⸗ geſſen. Man brachte ihn ſchnell nach Hauſe und zu Bette, und am folgenden Morgen konnte er wieder an die Arbeit gehen.

Dieſer kleine Vorfall, aus dem ich in Afrika nichts ge⸗ macht haben würde, erwarb mir in Charleston viel Wohl⸗ wollen und Teilnahme. Herr Naylor nahm mich bei der Hand und ſagte:Zamba, du biſt ein guter Junge und haſt dich wie ein wahrer Held oder eigentlich wie ein wahrer Chriſt benommen: verlaß dich darauf, es ſoll nicht dein

Schaden ſein, daß du dich für die Rettung Herrn Tomſons

ſo großmütig bemüht haſt; ſo lange ich lebe, ſoll es dir an einem Freund nicht fehlen, und dein Gewiſſen wird dir im Leben und Sterben ein gutes Zeugnis geben.

9. Ein Schiff vom Congv.

Ein zeitlang ging es mir ganz gut, nur daß ich ſehr ungeduldig nach dem Zeitpunkt verlangte, wo das neue Schiff nach Afrika würde abſegeln können. Eines Tages jedoch, im April 1803, kam Herr Naylor ins Magazin, rief mich bei Seite und ſagte mir, es ſei gerade ein Schiff mit einer Ladung Sklaven direkt vom Congofluß her im Hafen an⸗ gelangt. Lächelnd ſetzte er hinzu:vielleicht, Zamba, kannſt du etwas von deinem Weib und deinen Freunden erfahren. Durch dieſe Nachricht geriet ich in große Aufregung, und