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Der Negerkönig Zamba : eine Sklavengeschichte. Seitenstück zu "Onkel Tom's Hütte" / [Barth]
Entstehung
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8. Eine Lebensrettung. 125

gütige und teilnehmende Geſinnung gegen mich rührte mich aufs tiefſte; ich konnte nur Herrn Naylor ſeine Hand küſſen und ihm durch Thränen meine Dankbarkeit bezeugen. Es gefiel jedoch Gott, mich Afrika nie wieder erblicken zu laſſen. Doch ich darf meiner Geſchichte nicht vorgreifen.

Mein Herr hatte eines Tages Herrn Tomſon und mir befohlen, nach einem Schiffe zu gehen, das aus Weſtindien angekommen war, und dafür zu ſorgen, daß die Ladung gehörig auf der Werfte aufgeſtellt werde, wo ſie am fol genden Morgen verkauft werden ſollte. Das Schiff lag am Ende einer der Werften, einige Fuß weit vom Lande ent⸗ fernt; eine Planke war vom Ufer zum Schiff hinüber ge⸗ legt; Herr Tomſon glitſchte unglücklicherweiſe auf derſelben aus und fiel ins Waſſer. Augenblicklich wurde er von der mit der Ebbe ſtark zurückweichenden Strömung ans Hinter⸗ teil des Schiffs geriſſen und würde in wenigen Minuten weit draußen im Hafen geweſen ſein. Um dieſe Zeit gab es viele Haifiſche im Hafen, die allenthalben nach Beute ſuchen, ſo daß der arme Herr Tomſon, der nur ein paar Schritte weit ſchwimmen konnte, ſich in drohender Gefahr befand. Ich war in Afrika mit dem Waſſer ſehr vertraut geworden und konnte ſchwimmen wie eine Seemöve; deshalb beſann ich mich keinen Augenblick, warf Schuhe, Jacke und Hut ab, was in wenigen Sekunden geſchehen war, ſtürzte mich in die Flut und hatte nach wenigen Minuten tüchtiger Anſtrengung meinen Freund erreicht, der gerade am Unter⸗ ſinken war. Ich ergriff ihn mit der linken Hand am Rock⸗ kragen und hielt ihn über dem Waſſer, bis ein Boot, deren mehrere ſchnell zu unſerer Hülfe herbeikamen, uns erreicht hatte und uns einnahm, Herrn Tomſon bewußtlos, mich faſt ganz atemlos. Glücklicherweiſe war ein Wirtshaus in der

Nähe, wohin man Herrn Tomſon brachte, und durch ſorg⸗