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Der Negerkönig Zamba : eine Sklavengeschichte. Seitenstück zu "Onkel Tom's Hütte" / [Barth]
Entstehung
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8. Eine Lebensrettung. 124

ſie ſtehen bleiben. Er kannte ſeine Würde zu gut, um ſeine Untergebenen ſitzen zu heißen, beſonders wenn er Ge⸗ ſellſchaft hatte.

Der Leſer wird aus dieſem allem ſehen, daß Pompejus die Welt kannte und den Hofmann vielleicht ebenſogut ſpielen konnte als mancher, der einen Stern auf der Bruſt trägt. Es muß indes bemerkt werden, daß Kapitän Pompejus, ob⸗ wohl ein Sklave, von ſeinem Herrn ganz anders behandelt wurde als die gewöhnlichen Neger. Es war ihm ein be⸗ trächtlicher Anteil am Gewinnſt verwilligt und nebenher hatte er noch manche Gelegenheit, für eigene Rechnung einen Groſchen zu verdienen. Wenige Jahre nach der Zeit, da obiges vorfiel, kaufte er ſich frei und es iſt ihm ſeither gut gegangen.

8. Eine Lebensrettung.

Ich war beinahe ſchon zwei Jahre in Charleston ge⸗ weſen und hatte noch wenig von eigentlicher grauſamer Be⸗ handlung der Sklaven zu ſehen bekommen. Allerdings ſah ich gelegentlich mit an, wie junge Burſche ziemlich ſtreng gezüchtigt wurden, aber nicht ohne Urſache; ſonſt aber kam mir nichts Auffallendes zu Geſicht oder zu Ohren, bis bei folgender Gelegenheit. An einem ſchönen Sommermorgen, etwa um ſechs Uhr, als ich mich eben anſchickte, ins Ma⸗ gazin zu gehen, hörte ich ein furchtbares Geſchrei in dem

Hof des benachbarten Hauſes, in welchem die Woche vorher

ein neuer Beſitzer eingezogen war. Als ich durch das Fenſter meines Schlafzimmers hinausſah, erblickte ich einen weißen Herrn, der den Rock abgezogen hatte und mit einer Hand