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22 2. König Zembola und Kapitän Winton.
ſagte er mir, da ſeine beiden letzten Schüſſe gefehlt hätten, ſo habe er ſich entſchloſſen, mit ſeinem Speer einen Angriff auf den Löwen zu wagen. In den Augen ſeiner Leute habe er als unbeſiegbar gegolten, und ſo hätte er nicht daran denken können, ſich zurückzuziehen und einem ſeiner Unter⸗ thanen eine That zu überlaſſen, die ihm ſelbſt mißglückt ſei.
Als der Löwe tot war, ließ mein Vater Halt machen zum gemeinſchaftlichen Frühſtück. Dem Löwen wurde ſchnell die Haut abgezogen, die von der Naſe bis zur Schwanz⸗ wurzel etwa acht engliſche Fuß maß, wozu noch der drei bis vier Fuß lange Schwanz kam. Es war keiner unter den anweſenden Männern, der mit beiden Händen den Fuß des Löwen oberhalb des vorderen Kniegelenks hätte umſpannen können: daraus kann man einen Schluß machen auf ſeine ungeheure Größe.
Nachdem wir etwa zwei Stunden geruht hatten, mußte alles wieder auf die Beine. Die erfahrenen Jäger nämlich hatten ſtarken Verdacht geſchöpft, daß die Gefährtin des Löwen nicht weit weg ſein könne. Und ſo war es auch. Eine halbe Stunde von dem Ort, wo ihr königlicher Ge⸗ mahl fiel, wurde auch die Löwin aufgetrieben, und ſie machte ſich in aller Eile davon, um das höher gelegene Land zu gewinnen. Wir verfolgten ſie, und es war nahe bei Sonnen⸗ untergang, als wir ſie in eine Schlucht ſpringen ſahen, die unſere Leute wohl kannten. Ein allgemeines Geſchrei wurde
erhoben, denn man wußte, daß ſie von da nicht mehr ent⸗
rinnen konnte. Die Schlucht, aus welcher ein kleines Bäch⸗ lein hervor kam, war nicht mehr als 4 Fuß breit; an einigen Stellen konnten zwei Männer kaum an einander vorbei kommen, und die Felſen ſtiegen auf beiden Seiten wenigſtens 100 Fuß hoch ſenkrecht empor. Etwa 100 Schritte
vom Eingang öffnete ſich der enge Spalt in eine weite


