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Der Negerkönig Zamba : eine Sklavengeschichte. Seitenstück zu "Onkel Tom's Hütte" / [Barth]
Entstehung
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16 2. König Zembola und Kapitän Winton.

ein König; noch mehr Sohn, noch mehr König. Und was dann? Ich kann kein Ende abſehen. Die Welt ver⸗ brennt, alle Dinge nehmen ein Ende. Aber wie ein Ende? Etwas muß doch ſein. Ich konnte zu keinem beſtimmten oder befriedigenden Schluß gelangen; doch beweiſen wohl ſolche Gedanken, daß die Vorſehung Gottes, das Hicht der Natur, oder wie man es heißen will, ſchon damals in dem wilden, finſtern Afrika einigermaßen auf mich wirkten.

2. König Zembola und Kapitän Winton.

Ich habe geſagt, daß mein Vater viel Verkehr mit den weißen Leuten hatte. In der That war ſein Hauptgeſchäft, den Sklavenhändlern Ladungen von lebendem Fleiſch und

Blut zu verſchaffen, welche ſie nach irgend einem fernen

Lande gegen Sonnenuntergang bringen wollten. Die Sklaven⸗ ſchiffe, die nach dieſem Teil von Afrika kamen, warfen ge⸗ wöhnlich einige Meilen innerhalb der Mündung des Congo Anker, weil ſie da vor der unaufhörlichen Brandung, die an die ganze weſtliche Küſte ſchlägt, ſicher lagen. Zuweilen führte mein Vater ſeine Leute in großen Kähnen zu den Sklavenhändlern hinab; nicht ſelten aber kam auch der weiße Kapitän mit einer Mannſchaft von zehn oder zwölf Perſonen den Fluß herauf zu meines Vaters Reſidenz. Somit war von meiner früheſten Kindheit an ein weißer Mann kein fremder Gaſt für mich. Da kam z. B. aus Amerika ein Kapitän Winton, der viele Jahre mit meinem Vater Handel trieb. Er war es, der all den ſchönen Hausrat für den Palaſt gebracht hatte. Unter andern Spielſachen

brachte er auch für mich eine große Violine; aber da wir