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Der Negerkönig Zamba : eine Sklavengeschichte. Seitenstück zu "Onkel Tom's Hütte" / [Barth]
Entstehung
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1. Zamba's Kindheit. 15

jedesmal ganz anſtändige Geſchenke. An gewiſſen Tagen des Jahres kamen ſie mit einer Art Verkleidung mit Masken, und wer ihnen begegnete mußte ein Geſchenk für ſie bereit

halten, wo und wie er es auch auftreiben mochte. An einem beſondern Tag im Jahr kamen ſie auch maskiert, und die erſte Perſon, die ihnen begegnete, mußte entweder ein ſehr ſchweres Löſegeld zahlen oder wurde ſie als Opfer geſchlachtet.

Mein Vater hatte im Verkehr mit den weißen Männern, die des Handels halber zu ihm kamen, einige Meinungen von einer andern Welt und von der Zukunft aufgeſchnappt; aber er bekümmerte ſich ſehr wenig um die Sache. Als i noch ein Knabe war, kam ich auf einige ſehr ſeltſame Vor⸗ ſtellungen von Zeit und Raum. Am Abend legte ich mich zuweilen auf den Boden, und ſchaute eine Stunde lang oder zwei mit Empfindungen von unbeſchreiblichem Ergötzen

die flimmernden Sterne an. Die Sonne war zu glänzend

und blendend, um ſie lange anſehen zu können; aber der Mond, der milde, ſanfte Mond und die unzähligen Gruppen ſchöner Sterne bezauberten meinen Blick und füllten meine Seele mit Bewunderung. Wozu ſie gemacht ſeien, wie ſie gemacht ſeien und woraus ſie gemacht ſeien, das alles kam mir höchſt rätſelhaft vor. Zuweilen jedoch machte ich mir folgende Gedanken: Geſetzt, ich würde in dieſem Augenblick zu jenem hellen Stern getragen, was würde ich dann ſehen? Wahrſcheinlich noch mehr Sterne. Und was dann? Wieder mehr, immer mehr und mehr; und dann wird alles Finſternis und Nichts ſein. Aber was wird dann hinter jener Finſternis ſein? Da ſtanden die Gedanken ſtill. Auf dieſelbe Weiſe dachte ich auch über die Zeit nach. Wenn mein Vater geſtorben iſt, dann werde ich König ſein. Dann habe ich einen Sohn, der König wird. Er hat auch wieder einen Sohn, wieder