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1. Zamba's Kindheit.
blieben nicht ſtehen, um die Wunde zu unterſuchen, ſondern wir eilten mit möglichſter Schnelligkeit nach Hauſe und er⸗ zählten da unſere Angſtgeſchichte. Mein Vater, obſchon un⸗ zufrieden, daß wir die vorgeſchriebene Grenze überſchritten hatten, klopfte mir auf die Schulter und ſagte:„Nun, Zamba, biſt du ein Mann. Bald werde ich dich auf meinen Kriegs⸗ zügen mitnehmen, und du ſollſt eine Muskete haben, um Menſchen damit totzuſchießen ſtatt der Affen.“ Hierauf ſchickte er zwei von ſeinen Regulären, um den toten Pavian zu holen. Er ließ ihm das Fell abziehen, dasſelbe gehörig ausſtopfen, und ſtellte es dann an einem Platz im Palaſt auf, wo es dem Mut des Prinzen Zamba und der Klugheit der Prinzeſſin Lemba Ehre machen konnte. In der That wäre ein ſolches Tier für einen ſtarken Mann ohne Waffen ein würdiger Gegner geweſen; und als ich die Außerungen der Dienerſchaft meines Vaters hörte, die natürlich alle dem künftigen Erben ſchmeichelten, da ſchwoll ich vor Stolz auf wie ein Truthahn.
WMeine Leſer werden vielleicht fragen: Haſt du in dieſer ganzen Zeit irgend eine angemeſſene Erziehung erhalten? Haſt du einen Lehrer gehabt? Hatteſt du etwa auch Ge⸗ danken, die über die ſichtbaren Dinge um dich her hinaus⸗ gingen? Wußteſt du etwas von einem Leben nach dem Tode? Auf dergleichen Fragen antworte ich: ich hatte niemand, der mich in Wiſſenſchaften unterrichtet hätte, und unſere reli⸗ giöſen Vorſtellungen waren äußerſt thöricht und falſch. Es befanden ſich zwar zwei Prieſter in dem Gebiete meines Vaters; im Grunde aber waren ſie bloße Gaukler und Betrüger, nicht allein unwiſſend, ſondern auch liederlich. Sie beſuchten von Zeit zu Zeit jedes Haus, murmelten etwas Kauderwelſch her und verrichteten allerlei Gaukeleien, um die Weiber in Erſtaunen zu ſetzen, ſammelten auch


