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1. Zamba's Kindheit.
einem weiteren Reizmittel, ſehen zu wollen, was auf der andern Ecke ſei. Und ſo war es auch mit Lemba und mir. Mit frohem leichtem Herzen gingen wir immer weiter, ob⸗ gleich das Uberſteigen des Felſenabhangs, über den der Waſſerfall herab ſtürzte, nur mit Mühe gelang. Als wir die Höhe erreichten, hoben wir die Hände voll Bewunderung empor über das großartige Schauſpiel, das ſich unſern Augen darbot. Der Fluß hatte ſich im Lauf der Jahrhunderte ein tiefes Bett durch die Felswände gegraben und ſtürzte ſich kochend und ſchäumend hindurch. Die Uferwände waren hier etwa 10 Fuß weit von einander, und erhoben ſich ſchroff zu einer Höhe von wenigſtens 100 Fuß; das Tages⸗ licht brach oben wie durch einen engen Spalt herein, und unten war alles nur halb ſichtbar in einer Art von Zwie⸗ licht. Büſche und Sträucher von tauſenderlei Arten wuchſen aus den Felſenwänden heraus; und auf ihnen hatten Vögel, Affen, Eichhörnchen und andere Kinder des Waldes ihr Spiel, die uns mit ihrem unaufhörlichen rauhen Geſchrei faſt taub machten. Es war, als ob ſie einſtimmig erklären wollten, Lemba und ich ſeien unberufene Eindringlinge in ihrem einſamen Gebiet.
Wir gingen jedoch immer weiter mitten unter dem Lärm, und als wir ein paar hundert Ellen gegangen waren, konnten wir an der wachſenden Helle merken, daß die Schlucht ſich erweitere. Endlich ſetzten wir uns auf einem Felſen nieder, und meine Schweſter nahm aus einem kleinen Korb, den ſie von Hauſe mitgebracht, etwas zu eſſen für uns heraus. Während wir unſern Hunger ſtillten, fiel ein ziemlich großer Stein zu unſern Füßen nieder und alsbald erhob ſich ein furchtbares Geſchrei, das alle andern Stimmen übertönte. Als wir emporblickten, ſahen wir auf der Ecke eines Felſen
einen gewaltigen Pavian mit blauem Geſicht, der uns an⸗ 1


