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Der Negerkönig Zamba : eine Sklavengeschichte. Seitenstück zu "Onkel Tom's Hütte" / [Barth]
Entstehung
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8 1. Zamba's Kindheit.

Schafe. Die armen Kinder! Sie laufen davon, wenn ſie den König Zembola ſehen. Wir jagen ſie, treffen ſie, ſchlagen ſie! töten ſie, ein⸗, zwei⸗, dreihundert, ſchicken alle zur Jumbo(Hölle). Wir verbrennen das Dorf, machen Gefangene, fünfzig, ſechzig ſchwarze Schufte. Wir ver⸗ wahren ſie in der Zembolaburg. Bald kommt der weiße Kapitän und kauft Sklaven. Wir bekommen Meſſer, Mus⸗ keten, Pulver, Kugeln, Rum, Rum. Hurrah! Hurrah, für König Zembola und ſeine wackern Knaben!

Mein Vater und ſeine Regulären(denn die Miliz wurde außerhalb des Palaſtes bedient) tranken und rauchten und ſchmauſten die ganze Nacht hindurch; und als ich, damals ein zwölfjähriger Knabe, am Morgen mit meiner Mutter und zweien meiner Schweſtern, den Prinzeſſinnen, in den Audienzſaal trat o weh, da lag der König Zembola auf dem Rücken, die Hand auf dem Boden, die Füße oder eigentlich Ferſen auf der Stufe des Thrones; ſeine Krone, einen großen Ring von reinem Gold, hielt er feſt in der rechten Hand, und einen hölzernen Becher, halb voll Rum, in der Linken. Der erſte Miniſter lag mit den Füßen quer über meines Vaters Magen, und über ihm lag ein Hauptmann von zehn. In der That war jetzt alle Hof⸗ etikette verbannt, und das franzöſiſche Feuerwaſſer hatte be⸗ wirkt, was hunderte von ihren wilden, bewaffneten Feinden nicht ausrichten konnten. Meine Mutter, eine gewandte Frau in ihrer Art, ließ ihren Gemahl ruhig zu Bett bringen, und ſchickte augenblicklich ein Dutzend Sklaven mit Waſſerkübeln hinein; und da das Waſſer nach allen Seiten reichlich ausgegoſſen wurde, erwachte die ganze Geſellſchaft.

Ich habe bereits geſagt, daß im Palaſt ein eigener Harem oder Frauenhaus war. Mein Vater, der ein mäßiger Fürſt war, begnügte ſich mit fünf Weibern. Meine Mutter