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ihrem Tod und ſo lange ſich in Italien noch ein Schwert gegen die Herrſchaft der Medici erhob, hatte es das Lam⸗ berto's zum Gefährten. Als endlich jede Hoffnung gefallen war, zog er ſich, müde ſo vieler Kriege, mit ſeiner Gattin nach Genua zurück; dort lebten ſie ſo glücklich, als man es in dieſer Welt werden kann und beſonders als der es ſein kann, der ſein Vaterland verloren hat und es in Un⸗ glück und Erniedrigung ſieht.
Hier endet unſere Geſchichte, in welcher wir durch die Etzählung des unglücklichen Schickſals einer Familie auch
dasjenige von vielen andern und das eines ganzen Volkes
haben darſtellen wollen. Gewannen nun diejenigen, welche, mehr oder weniger ſchuldbeladen, mittelbar oder unmittelbar den Sturz ihres
Vaterlaydes veranlaßten, den Vortheil, den ſie ſich davon,
verſprochen hatten, den Preis ſo vieler Thränen und ſo vielen Blutes? Wir wollen ſehen.
Clemens VII. wollte die Herrſchaft des ungeſetzlichen Zweiges des Hauſes Medici feſtſtellen, um die andere Linie u benachtheillgen, die er haßte und aus welcher Giovanni, der Feldherr der ſchwarzen Banden, entſproſſen war; ſtatt deſſen öffnete er dem Sohn des Letzteren den Weg zur Herrſchaft, welche bei ſeinem Stamme bis faſt in die Mitte des verfloſſenen Jahrhunderts blieb.
Cart V., der gehofft hatte, ſeinem Sohn Philipp die kaiſerliche Krone hipterlaſſen zu können, hatte Ströme von
Blut und unermeßliche Schätze verſchwendet, um ſeine
Macht in Italien feſt zu begründen und dadurch die beiden
getrennten Theile einer ſo weiten Monarchie zu vereinigen; aber in ſeiner Hoffnung betrogen, hinterließ er ſeinem Sohn das Herzogthum Mailand und das Königreich Neapel, entlegene Länder, deren Herrſchaft ſchwer zu behaupten war und die Spanien mehr koſteten, als eintrugen und es zuletzt in dem langen Succeſſionskrieg völlig erſchöpften. Ob die Florentiner, die ihre Freiheit gegen die ungerechte
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