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eines Tages auf ſeinen Knieen, ihn einer ſo peinigenden Ungewißheit zu entreißen und ihm ihr Herz zu öffnen, wie es gegen einen Mann, der ſie ſo innig liebe, ihre Pflicht ſei.
Sie waren zu Hauſe und es dämmerte eben. Laudo⸗ mia erhob ſich, ohne ihm zu antworten, gab dem Jüng⸗ ling ihre Hand und führte ihn hinaus. Sie ſchlugen ſchwei⸗ gend den Fußpfad ein, der längs der ſchattigen Ufer der Verſilia gegen Ripa hinführt und gelangten an eine Stelle, wo ſich der Waldſtrom in zwei Arme theilt und eine kleine Inſel, mit Weiden, Pappeln und Nußbäumen be⸗ pflanzt, bildet. Sie begaben ſich dorthin, indem ſie den Waldſtrom auf Steinen überſchritten, die in eine Reihe gelegt waren, und betraten einen ſchmalen Fußpfad, wo unter einem Gewolbe von Zweigen und Schlingkraut einige rohe Sitze angebracht waren. Hier ſagte Laudomia:
„Ich habe Dich an dieſen entlegenen Ort geführt, weil ich Dir etwas ſehr Wichtiges zu ſagen habe; ich wollte gewiß ſein, daß ich von Niemand gehört und un⸗ terbrochen werde; unterbrich mich auch Du nicht.“
Erſtaunt und faſt erſchrocken verſprach es Lamberto und Laudomia fuhr fort:—
„Meine Liebe zu Dir, o theurer Lamberto, wurde durch unſern Vater Niccolo geſegnet; deshalb darf ich ſie ohne Erröthen bekennen, ſie iſt groß und gerade deshalb mehr auf Dein Wohl bedacht, als auf das meinige. Du weißt, Lamberto, daß ich nicht die Einzige bin, die Dich liebt. Wenn ich je ſchön war, ſo haben meine Leiden die Blüthe derſelben abgeſtreift. Ich Arme hatte nie Gelegenheit, für Dich Gefahren zu trotzen, Kummer und Drangſale zu er⸗ dulden Ohätte ich ſie nur gefunden! Es war mir nicht vergönnt, mich ſo groß und hochherzig zu zeigen, wie jene.(Lamberto wollte ganz außer ſich Laudomia bei jedem Satz unterbrechen, aber ſie erinnerte ihn mit Blicken und Zeichen an ſein Verſprechen.) Ich kenne das Alles recht gut,— aber bedenke, Lamberto, ich ſagte es


