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die erſte und nothwendigſte Bedingung deſſelben ſein ſollte, ſtattfinden konnte, moge ſich der Leſer denken.
Uebrigens hatten ſie einen Gegenſtand der Unterhaltung gefunden, auf welchem ihre Herzen ohne die Störung pei⸗ nigender geheimer Gedanken ſich begegnen mochten; dieſer war die Religion.
Lamberto und Laudomia gaben ſich in einer Abſicht, welche von jeder aufrichtigen und tiefen Ueberzeugung un⸗ zertrennlich iſt, alle mögliche Mühe, Selvaggia zum Chri⸗ ſtenthume zu bekehren und es koſtete ihnen nicht ſonderliche Mühe, ſie zu dieſem Eutſchluß zu bewegen. War es Ueber⸗ redung, war es der Wunſch, denſelben Glauben mit Lam⸗ berto zu bekennen? War es die Wirkung jener ruheloſen Sehnſucht nach Wechſel, welchen leidenſchaftliche und be⸗ trübte Herzen empfinden? Gott weiß, was es war; kurz Selvaggia wurde getauft und nahm den neuen Glauben in ihr Herz auf; ſie nahm die Gebräuche, die Lehren, die Vorſtellungen ihres neuen Glaubens an, und zwar mit aller Gluth und natürlichen Heftigkeit, die in ihrem Cha⸗ rakter lag; hatte ſie aber auch ihre Religion geändert, ſo vermochte ſie doch nicht zugleich ihr Herz umzuwandeln.
Laudomias Krankheit und die Unfälle, die Aufregun⸗ gen, welche ſie veranlaßt hatten, waren bis dahin der glü⸗ henden Sehnſucht Lambertos, der Gatte derjenigen zu wer⸗ den, welcher er in S. Marco den Brautring angeſteckt batte, entgegengetreten. Nun ſchien jedes Hinderniß hin⸗ weggeräumt zu ſein, und der Jüngling begann mit drin⸗ genden Bitten Laudomia zu beſtürmen, den Tag ihrer Vereinigung feſtzuſetzen. Niccolos Tochter glaubte ſich nicht dazu entſchließen zu können und wurde, da ſie die leiden⸗ ſchaftlichen Bitten ihres Gatten vernahm, nachdenklich, un⸗ ſchlüſſig und zuweilen ſchien ſie ſogar die Thränen nicht zurückhalten zu können.
Lamberto wußte nicht, was er von dieſem bei ihr ſo ungewöhnlichen Benehmen denken ſollte und beſchwor ſie


