Teil eines Werkes 
8.-10. Bdchn. (1845)
Entstehung
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beſchreiblichen Gefühl, welches glühenden Herzen innewohnt, die über die Schmerzen erhaben ſind, zu denen ſie die Vorſehung verdammte.

In der Trunkenheit einer ihr ſo neuen Lage glaubte ſie das gewonnen zu haben, was ſie kaum jemals zu wünſchen gewagt hätte; ſie meinte, das Glück ihres Lebens könne immer darin beſtehen, Lamberto zu ſehen und ſich der Freundſchaft und der Dankbarkeit beider Gatten zu erfreuen. Alles das bildete für ſie ein Paradies in Ver⸗ gleich mit dem ſchrecklichen Elend ihres vergangenen Le⸗ bens. Sie beſchloß, Lamberto und Laudomia nie mehr zu verlaſſenz jene nahmen ſie auf und. verſprachen ihr, ſie beſtändig als Schweſter zu betrachten, und alle drei glaubten einen bewundernswurdigen Verein geſchloſſen zu haben, der jedem von ihnen zum Beſten gereichen mußte. Wie vielen Täuſchungen iſt ein gutes Herz unterworfen, obgleich es etwas ſo Schönes und Göttliches iſt, wenn Vernunft und Erfahrung es nicht leitet. Dieſe Wahrheit bedarf keiner weitern Ausführung für einen Leſer über 25 Jahre.

So ging Alles eine Zeitlang gut, als aber nach Bindo's Abreiſe die drei Zurückgebliebenen ein innigeres und ungezwungeneres Zuſammenleben führten, fühlten ſie nach und nach in ihren wechſelſeitigen Beziehungen etwas Gedruͤcktes und Neues, was Jedes mehr fühlte, als zuge⸗ ſtand und erforſchte, was aber die Vernunft unſeres Leſers ſehr leicht verſtehen wird.

Selvaggia liebte Lamberto noch immer und das Glück, ihn alle Tage zu ſehen, mit welchem ſie ſich anfänglich begnügte, war ihr nach und nach faſt zur Qual geworden, da die Liebe nie auf demſelben Grade ſtehen bleiben kann, ſondern durch die Nahrung, die ihr gereicht wird, immer mehr anwachſen muß.

Laudomias reines Herz war für diejenige Eiferſucht unzugänglich, welche durch Argwohn oder Mißtrauen er⸗