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Baccio Valori vermuthete, daß Troilo ein ſchlimmes Ende genommen haben möge und errieth ungefähr, durch welche Perſonen es geſchehen ſein mochte, ohne, wie es ſich denken läßt, eine allzu lebhafte Betrübniß darüber zu empfinden. Er hielt für gut, keine weitern Nachforſchungen darüber anſtellen zu laſſen und begnügte ſich damit, einen Gläubiger weniger zu haben, ohne weiter unterſuchen zu wollen, wie und durch wen er zu dieſem Vortheil gelangt ſei. Er ſchrieb an Vanni, dieſer ſolle zwei Scheffel un⸗ geloſchten Kalk in den Brunnen werfen und die Fenſter offen laſſen, bis ſich der Modergeruch verzogen habe, wei⸗ ter jedoch ſich um Nichts bekümmern. Dies war die letzte Ehre, welche Trvilo widerfuhr und hiemit endet ſeine Ge⸗ ſchichte.
Auch diejenige der armen Liſa hat hier ein Ende, denn weder ihre Familie, ſo lange und eifrige Nachfor⸗ ſchungen auch angeſtellt wurden, noch irgend ein Menſch in jener Gegend konnte jemals wieder eine Nachricht er⸗ halten, welches Ende ſie genommen habe.
War ſie in jenen unbekannten Einöden vor Ermat⸗ tung umgekommen, war ſie eine Beute der von Vanni erwähnten Wölfe geworden, das werden wir erſt am Tage des letzten Gerichts erfahren. Wenn uns jedoch alle ge⸗ ſchichtliche Gewißheit hierüber abgeht, ſo mangelt es uns nicht an Vermuthungen, und bei einem ſo geduldigen und gefälligen Leſer, der uns bis hieher begleitet hat und da⸗ durch ein alter Freund von uns geworden iſt, dürfen wir nicht geheimnißvoll hinter dem Berge halten. Im Jahr 1580, alſo 50 Jahre nach der Belagerung gelangten ei⸗ nige Jäger, welche die Höhen über S. Marcello unter⸗ ſuchten, in einer verborgenen Gegend zwiſchen rauhen Fel⸗ ſen an einen Ort, welcher öde und wild und mit Stein⸗ blöcken beſäet war. In einer der vielen Höhlen, welche ſich dort ſo tief hineinziehen, daß deren Ausgang von Niemand erforſcht iſt, trafen ſie eine alte Frau, deren Kleidung aus den slendeſten Lumpen beſtand, die jedoch


