Teil eines Werkes 
8.-10. Bdchn. (1845)
Entstehung
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Licht daran und ließ es hinunter, konnte aber Nichts Unterſcheiten, dieweilen das Loch zu tief war und das Licht, da es erſt zwanzig Klaffter hinabgelaſſen war, verloſchen iſt. Wenn der Ort zugänglicher wäre, ſo würde ich mir Mühe geben, dahinter zu kommen, was dahinunter Geworffen worden iſt, aber wenn man das wiſſen will, muß man die Mauern und Gewölbe durch⸗ brechen, ein anderes Mitthel weiß ich nicht und erwarte daher Euer Gnaden bevälhe.

Während ich mit dieſen Geſchäften zu dun hatte, indem ich allein in dem Landhaus war, hörte ich hinter meinem Rücken gehen, und als ich mich umwendete, ſah ich ein Mädchen, welches wild und ganz in Unord⸗ nung in die Kammer hereintrat; beim erſten Blick merkte ich gleich, das ſie verrückt war; ſie war aber ein hüb⸗ ſches Mädchen und ſah aus wie eine Edeldamez ſie ſchwatzte mir eine Menge tolles Zeuch vor, wie es die Närrinnen machen und verlangte, ich ſolle ihr zeigen, wo der Verräther ſei, bald drohte ſie mir, bald weinte ſie und war ſo aufdringlich, daß ich viel mit ihr durch⸗ zumachen hatte, bis ich ſie los werden konnte. Wer ſie war und wen ſie mit dem Verräther gemeint hat, kann ich nicht ſagen, denn bald ging ſie eben ſo wieder fort, wie ſie gekommen war, wohin ſie eben ihre Narrheit geführt hat, und die Viehhirten ſagen: ſie hätten ſie um die Dämmerzeit in's Gebirg laufen ſehen, als man ſie aufhalten wollte, habe ſie ſich mit den Nägeln ver⸗ teidigt, bis man ſie los ließ und ſie ſagen, ſie ſei durch Dick und Dünn gelaufen. Wenn ſie nur nicht ſchaden genommen hat, denn es ziehen einige Wölfe auf dieſen Höhen umher.

Weiter habe ich für jetzt Nichts zu melden, und empfähle mich als Euer Gnaden

H. Barone aum. Aug. 4530. unterthänigſter Diner Vanni. Riccolo de' Lapi. I. 13