Teil eines Werkes 
8.-10. Bdchn. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schluß.

Der Uebergabevertrag der Stadt Florenz hatte allen Bürgern, ohne Ausnahme, Sicherheit des Lebens, des Ei⸗ genthums und der Freiheit zugeſagt. Dieſe Bedingungen waren von Valori und Don Ferrante Gonzaga feierlich be⸗ ſchworen worden. Als dieſe aber in die Stadt eingezogen waren und alle Gewalt in derſelben an ſich geriſſen hatten, tödteten ſie Mehrere, beraubten Viele ihres Vermögens und jagten eine große Menge in die Verbannung, indem Jedem ein beſtimmter Aufenthaltsort angewieſen und Derjenige, der dieſen Bann brach, für einen Rebellen erklärt wurde. Dieß war der Auftrag der mediceiſchen Herrſchaft.

Alle Städte Italien's füllten ſich mit Flüchtlingen aus Florenz. Von der Hungersnoth einer langen Bela⸗ gerung und den Anſtrengungen der Reiſe geſchwächt, gin⸗ gen ſie wie Bilder des Jammers umher, und der Anblick der Greiſe, Frauen und Kinder, welche gewaltſam und durch Verrath aus dem Kreiſe der Ihrigen geriſſen worden waren, erregte ein allgemeines Geſchrei des Unwillens ge⸗ gen die Urheber dieſer Schändlichkeiten, und vielleicht auch einige Reue in der Bruſt derjenigen, welche ſie hätten ver⸗ hindern können, wenn ſie gewollt hätten.

Solchen Verirruugen und ſolcher Reue begegnet man auf jeder Seite der Geſchichte Italiens.

Viele florentiniſche Familien verließen die Stadt frei⸗ willig, ohne erſt die Verbannung von Seiten des neuen Gerichtshofs abzuwarten und ließen ſich in irgend einem außer dem Bereiche der neuen Herrſchaft gelegenen Win⸗ kel nieder, wo ſie verborgen lebten und vergeſſen zu werden hoffen konnten. Vielleicht glaubten ſie ihr Vaterland auf dieſe Weiſe nicht ganz verloren zu haben. Einige zogen

.