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dern. Sie hielten ihm ein Cruciſir vor die Augen und beteten mit ihm bald lateiniſch, bald in der Mutterſprache.
Niccolo's Schritt war frei, ſicher und weder zu lang⸗ ſam noch zu ſchnell.
Sie traten unter vie Thüre an den Rand der Hof⸗ treppe; von dort ſah man den Hof mit vielen Fackeln er⸗ hellt und ganz von Gerichtsdienern und Soldaten erfüllt. Alle ſchwiegen und hatten die Augen auf den Verurtheil⸗ ten gerichtet.
Dieſer ſtieg auf die beſchriebene Weiſe die Treppe hinab, wo ſich der Henkerblock befand. Hier hielt der Scharfrichter mit ſeinem blinkenden, zweihändigen Beil ſtill und er ſagte zu ihm:
„Wenn ich meinen Kopf auf dem Block habe, ſo gib mir noch einen Angenblick Zeit, damit ich meine Seele Gott empfehle.“
Dann blickte er nach Allen umher und ſprach mit deutlicher Stimme:
„Ich verzeihe meinen Feinden und bitte Gott, er möge meinen Tod als Opfer für das Wohl meines Va⸗ terlandes annehmen.“
Er beugte ſein Knie und legte den Hals auf den Block.
Bindo und Lamberto ſchloſſen die Augen und einen Augenblick herrſchte tiefes Schweigen, dann ertönte ein dumpfer und kräftiger Schlag, ſie öffneten ſie wieder, der Rumpf lag auf der einen Seite, das heilige Haupt auf der andern, ſchneeweiß und noch immer lächelnd. Sie hatten noch Kraft genug, den Körper aufzuheben und in den Sarg zu legen. Das Haupt legten ſie wieder an ſeine Stelle und ſo rein war der Schnitt, baß es blos ſchien, als wenn ein rother Faden ſeinen Hals umgäbe. Am 16. Auguſt, bei Tagesanbruch ertönte das Todten⸗ geläute von S. Marco. In der Mitte des Schiffs der Kirche ſtand ein Sarg, an deſſen Ecke vier eiſerne Leuch⸗


