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mit aufwärts ſehendem Geſichte und leuchtenden Blicken leiſe kurze Gebete vor ſich hin ſprach.
So verfloß eine Stunde, es ſchlug fünf Uhr auf der Uhr des Palaſtes. Ein Diener trat ein, derjenige, dem das Amt gegeben war, das Urtheil zu vollziehen. Es war ein ungeſchlachter, wild ausſehender Mann, mit ſtumpfem Geſichte. Er näherte ſich Niccolo und ſegte dem Ge⸗ brauch gemäß:
„Herr, ich thue, was meines Amtes iſt, und bitte Euch deßhalb um Vergebung.“
„Ich danke Dir ſogar, denn Du öffneſt mir vas Thor des Paradieſes.“
Niccolo umarmte ihn, dann ſagte er zu Bruder Be⸗ nedetto:. „Seid ſo gefällig, mir einige Haare hier über dem Halſe abzuſchneiden; es iſt die letzte Mühe, die ich Euch verurſache.“
Es wurde nach einer Scheere geſchickt und Niccolo's weißes Haar abgeſchnitten, der es auf ein Zeichen von ihm in ſeine Hand legte. Als er merkte, daß er nicht geſehen wurde, gab er es Bindo unter ſeine Kutte in die eigene Hand, die er drückte. In dieſen Händedruck legte der arme Greis die ganze Liebe, die er für dieſen letzten jugendlichen Sohn gehegt hatte und noch hegte.
Es verging eine weitere Stunde; es ſchlug ſechs Uhr und zehn Gerichtsdiener traten mit brennenden Fackeln herein. Bruder Benedetto, die Söhne und Alle verſtanden dieſes Zeichen und beteten. Nur Niccolo blieb, wie zuvor, ruhig und heiter. Er erhob ſich mit ihrer Unterſtützung und wandte ſich zu den Mönchen, welche ihn umgaben und ihr Crucifir vom Boden erhoben und aufgerichtet hatten, um voranzugehen. Lächelnd ſagte er zweimal:
„Lebt wohl! Lebt wohl!“
Sie gingen. Bindo hielt ihn auf der einen Seite, Lamberto am Rücken und Bruder Benedetto von der an⸗


