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Kiſſen auf die Erde, auf welches er niederkniete und ſtan⸗ den ihm zur Seite, um ihn zu halten.
Bruder Benedetto nahm aus dem Tabernackel eine Hoſtie, wendete ſich, erhob ſeine Hand bis an die Höhe der Bruſt und ſprach die ſüßen und erhabenen Worte 3.
„Agnus Pei, qui tollis peccata mundi mise- rere nobis!“
Niccolo lag mit verklärten Blicken auf ſeinen Knieen, von ſeinen Söhnen gehalten und hob die weißen bebenden Hände zum Sacrament empor. Wer den Kopf des heil. Girolamo, wie er bei derſelben Handlung von Dominichino gemalt iſt, geſehen hat, der vermag ſich einen Begriff von der göttlichen glühenden Liebe zu machen, welche Niccolo's Geſicht ausdrückte. Als er Bruder Benedetto vor ſich ſah, um ihm die Hoſtie zu reichen, rief er mit Freudenthränen:
„Ich danke dir, erhabener Gott, daß du deinen Knecht heimſuchen willſt, um ſeine unſterbliche Seele aus dem Clend dieſes finſtern Thals zu führen! Waſche mich rein von jeder Mackel und von aller Sünde, denn ich bereue ſie alle und bitte dich um Vergebung. Nimm diejenige an, die ich von ganzem Herzen meinen Feinden gewähre, auch denjenigen, die uns das Vaterland entriſſen haben. Ihr, die Ihr um mich ſteht, ſeid Zeugen, daß ich im Tode den Palleschi verzeihe! ich liebe ſie in meinem Herzen wie Brüder und verſpreche, im Himmel für ſie zu bitten, daß wir uns Alle einſt in dem himmliſchen Jeruſalem ver⸗ einigt finden mögen, wo aller Haß ausgelöſcht ſein wird und, von der ewigen Liebe durchdrungen, fortleben werden.“
Alle Umſtehenden weinten; auch Bruder Benedetto weinte und ſeine Kniee wankten von der heftigen Gemüths⸗ bewegung, als er das Sacrament in die blaſſen Lippen des Greiſes legte.
Er kehrte zum Altare zurück, endigte ſein Gebet, legte dann das Prieſterkleid wieder ab und begab ſich abermals zu ſeinem Freunde, welcher noch auf den Knieen lag, und während ſeine Söhne, die ihn hielten, laut ſchluchzten,


