Teil eines Werkes 
8.-10. Bdchn. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

167

und ſüßeſten Troſt vergönnt, den, Euch hier zu haben und ſolche Worte aus Eurem Munde zu vernehmen. Es ge⸗ ſchehe, was Gott über mich und meine armen Kinder ver⸗ fügen will, ich gebe mich ganz in ſeine Hände! Jetzt habe ich Euch nur noch etwas zu ſagen, einen letzten Wunſch, dann wollen wir nur noch an den Himmel denken. Ich moͤchte morgen ohne irgend ein Gepränge in dem Ordens⸗ gewande des heil. Dominicus in unſerer Familiengruft in S. Marco am Altar der Madonna beigeſetzt werden, und wünſche, daß Ihr die Meſſe leſet zur Ruhe meiner armen Seele.

Ich verſpreche es Dir, Nieccolo, und es ſoll, ſo wie alles Andere, was Du noch wünſchen magſt, geſchehen.

Nichts weiter, Bruder Benedetto, ich danke Euch . Doch ja, ich habe noch eine andere Bitte. Ich fühle mich ſo matt und von Schmerzen gequält nach ſo vielen Crſchütterungen; ich möchte gerne meine Gedanken ganz zu Gott richten, aber ich bin zu ſchwach. Mein Kopf ſchmerzt mich, als ob er zerſpringen wollte. Ich hätte noch einen

Wunſch, daß Ihr mir geſtattet, ihn ein wenig an Eure

Schulter zu legen, und mir die Hände auf die Stirne drückt. Ich glaube Fieberkälte zu empfinden; und wenn ich ſo ein wenig geruht habe, werde ich beſſer an meine Seele denken können.

Bruder Benedetto ließ ihn nicht ausſprechen, zog das ehrwürdige Haupt des Greiſes an ſich und legte es zwi⸗ ſchen ſeine Schultern uud die Wölbung der Bruſt, eine Lage, in der er ihn am beſten, ohne müd zn werden, er⸗ halten konnte.

Nach zwei Minuten ſchloß Niccolo die Augen und ſiel vor Mattigkeit in einen tiefen Schlaf. Die Moͤnche, welche Pſalmen ſangen, bemerkten es und ſchwiegen, um ihn nicht zu wecken. Sie blieben unbeweglich jeder an ſeinem Ort, und dieſe ſtille und ſchreckliche Scene dauerte faſt eine halbe Stunde, welcher die heitere Ruhe des Grei⸗ ſes doch etwas Mildes und Himmliſches verlieh. Sein