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ten nicht zu ſtören. Dieſer ſaß unbeweglich, ſtumm und mit geſenktem Haupte da. Bruder Benedetto hatte ſich ihm an die Seite geſetzt, hielt ſeine Hand und drückte ſie von Zeit zu Zeit mit warmem Gefühl, ohne mit ihm zu ſprechen, denn er hielt es für geziemend, ihm Zeit zu geben, daß dieſer letzte und furchtbare Eindruck nach und nach von ſelbſt ſchwächer werde. Nach einigen Minuten ſagte der Mönch:
„Gott gibt Dir Gelegenheit, mein lieber Niccolo, in den Stunden, die Dir noch zu leben übrig bleiben, Dich mit Deinem Schöpfer auszuſöhnen, der Dir ſo viele Leiden ſchickte. Du mußt Dir recht viele Mühe geben, dieſes Kreuz mit ſtarkem Geiſte und mit Faſſung zu tra⸗ gen Um Dich ein wenig wegen des Unglücks der Liſa zu beruhigen, bedenke, daß derjenige, der für den Sperling Sorge trägt, welcher über die Dächer ſliegt, und der, der die Lilien kleidet auf dem Felde, noch weit mehr Sorge tragen wird, für ein Geſchöpf, welches nach ſeinem Bilde gemacht iſt und das er nicht geſchaffen hat, um ver⸗ loren zu werden und zu Grunde zu gehen. Bedenke nur, von wie vielen und wie großen Leiden ſie heimgeſucht war. Der Schleier, der durch Gottes Zulaſſung ihren Verſtand umhüllte, ſollte vielleicht ihr Gefühl gegen einen ſo großen Schmerz abſtumpfen... Laß uns anbeten, Niccolo, laß uns anbeten! Wir wollen auf ihn hoffen, der das ſchwankende Rohr nicht brechen wird, tarmum quassa- tum non confringit. Hoffen wir auf den Geber jener Liebesgabe, in welcher er ſeinen Willen ausdrückte, daß alle Menſchen in ihrem Kummer ihr Herz zu ihm erheben und ihn Vater nennen ſollen.“
Niccolv ſtieß einen Seufzer aus, faltete die Hände und antwortete:
„Mon sunt ego volo, sed sicut tu!“ und fuhr dann nach einigem Nachdenken fort:
„Mein lieber Bruder Benedetto, ich halte Alles für ſehr wahr, was Ihr mir ſagt, und könnte ich an der Güte Gottes zweifeln, während er mir gerade jetzt den größten


