Teil eines Werkes 
8.-10. Bdchn. (1845)
Entstehung
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daß Jeſus Chriſtus, unſer Herr, heilig und unſchuldig am Kreuze litt und mehr noch, als Du in dieſem Augenblicke leiden mußt! Er hat auch für Dich und die arme Liſa gelitten. Laßt uns ſein Gericht verehren! Wiſſen wir denn, ob es nicht ihr Beſtes iſt? Wir wiſſen wenigſtens ſo viel gewiß, daß auch ihre Seele durch ſein göttliches Blut erlöst iſt. Ein Gott der Liebe hat es gegeben, warum ſollten wir nicht Erbarmen hoffen! Laßt uns ihn anbeten und das Haupt vor ihm beugen und ſprechen wir mit einander:

Non sicut ego volo, sed sicut tu!

Niccolo hatte noch immer die Augen mit den Händen verhüllt und wiederholte:

Non sicut ego volo, sed sicut tu!

Seine Arme fanken auf das Ruhebett kraftlos herab.

Hier ſah er in der Nähe Fanfulla ſtehen, welchen er, obgleich er verlarvt war, an ſeinem hohen Wuchs erkannte. Er winkte ihm herbei und ſagte ihm leiſe:

„Führt ſie nach Hauſe; Gott erbarme ſich ihrer!“

Fanfulla trat zu Liſa, nahm ſie bei der Hand und führte ſie an die Thüre und ſie ließ ſich wie ein unver⸗ nünftiges Weſen nach jeder Seite hin wenden. Sie gin⸗ gen hinaus und während ſie die Schwelle überſchritten, hob der arme Greis ſeine ermatteten Arme empor, um die göttliche Güte für ſeine Tochter anzuflehen. Er erinnerte ſich wieder des Fluchs, welchen er einſt auf ihr Haupt geſchleudert hatte und ſagte:

„Mein Gott, mein Gott, warum haſt Du mich ſo furchtbar erhört!“

Die Glasmalereien hatten den Glanz ihrer Farben Lerloren und nur die Lichter des Altars glänzten von ihnen zurück, denn es war außen dunkel geworden. Es waren andere barmherzige Brüder erſchienen, welche zu zwei und zwei an den Stufen des Altars knieten und mit leiſer Stimme Pſalmen ſangen, um die Andacht des Verurtheil⸗