Teil eines Werkes 
8.-10. Bdchn. (1845)
Entstehung
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ſeinen Meiſter und Freund, den Märtyrer, um Vermitt⸗ lung an, denn er war feſt überzeugt, daß dieſer ihn vom Himmel aus hören könne.

„O heiliger Vater,“ rief er aus,„Du haſt mich ge⸗ liebt, ſo lange Du auf der Erde wandelteſt, warum haſt Du mich nun verlaſſen? O erhalte den Glauben in mir und nimm mir das Leben. Laß mich ſterben, o mein Gott, laß mich ſterben, denn ich kann es nicht mehr ertragen, ich kann nicht mehr!“

Er blieb ſtumm, unbeweglich und gebrochen von der Laſt ſeines Kummers liegen, deſſen Uebermaß gerade ihm zur Linderung gereichte, da es ſeinen Verſtand verfinſterte iſ verwirrte und deſſen Thätigkeit hemmte, wodurch der betrübten Seele das Gefühl ihres Kummers erſpart wurde; plötzlich aber riß er ſich aus ſeinem Halbſchlummer em⸗ por, denn er S6 eine übermenſchliche Stimme zu ihm ſagen zu hören:„Wer iſt Derjenige, der den Lohn ver⸗ langt, bebor die Sonne untergegangen iſt? Wer begehrt Ruhe, bevor der Tag ſich neigt? Wer hat Dir geſagt, Du ſeiſt von jetzt an ein unnützes Werkzeug, deſſen das Vaterland nicht mehr nöthig haben könne? Kehrten nicht Deine Vorfahren zurück, ſo ot ſie auch in das Clend hin⸗ ausgetrieben wurden? Wer verzweifelt jemals am Vater⸗ land, außer ein Feiger? Niccolo erhob ſeine Stirne, rich⸗ tete ſich wieder auf die Kniee empor und ſtand auf, ein ganz Anderer, als der er eben geweſen war. Sein ſtolzer Geiſt, einer ſtarken und gut geſchmiedeten Stahlfeder gleich, die ein ſchweres Gewicht zwar beugen, aber nicht brechen kann, gewann ſeine ganze Kraft wieder und äußerte ſich in den Worten:

„Nun, ſo fliehen wir aus Florenz und ziehen in die Ferne, um dort für die Heimat glücklichere Tage vorzu⸗

bereiten. Ich werde ſie nicht mehr ſehen, ich werde in

fremder Erde begraben werden, aber meine Söhne werden ſie ſchauen, wenn mir noch Einer geblieben iſt, das Vater⸗

land wird ſie ſehen. Und ich Elender konnte mir den Tod