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wünſchen? Nach einem Leben von neunzig Jahren konnte ein Tag erſcheinen, an dem ich mehr an mich ſelbſt, als an das Vaterland dachte?“—
Hier hörte er das Schallen mehrerer Schritte in dem Nebenzimmer; er glaubte es möchten die Seinigen ſein, welche aus der Schlacht zurückkehrten und dachte, ob es wohl Alle ſein werden? Er ergriff den Schlüſſel und öffnete und empfing die jungen Männer mit ernſter, aber gefaßter Miene. Als er bemerkte, daß zwei fehlten, ſtutzte er einen Augenblick und ſagte dann:
„Kann man ihnen noch Hülfe leiſten, fie noch retten?“ und Lamberto erwiderte:
„Sie können uns Hülfe leiſten, denn ſie beten jetzt für uns im Paradieſe.“
Niccolo erwiederte mit leiſer Stimme:„Amen,“ wen⸗ dete ſein Geſicht ab und ſchwieg eine Weile, während die Bewegung ſeiner Lippen zu erkennen gab, daß er betete und ſagte dann:
„Ich traure nicht über ihren Tod, da ſie ihn für das Vaterland erlitten haben.. ich hatte ſie zu die⸗ ſem Zwecke erzogen, aber ich traure, daß ſie vergeblich ge⸗ ſtorben ſind. Gott hat über Florenz gerichtet und ſeine Sünden ſind zu ſchwer gefunden worden.. Wohlan, meine Söhne, die Stunde der Verbannung hat für uns geſchlagen! Erinnern wir uns daran, wie oft unſere Vor⸗ fahren zu dieſem Schritte gezwungen waren, ahmen wir ihre Stärke, ihre Standhaftigkeit nach, mit der ſie lange Jahre der Verbannung zu benützen wußten, um ihre Rück⸗ kehr und den Sieg der Freiheit vorzubereiten! Sollen wir weniger ſein als ſie? Ich habe Euch ſchon von mei⸗ nem Vorhaben geſagt, wir wollen nach Genua zu dem Herrn Andrea gehen, dem Manne, der ſein Vaterland hätte unterjochen können und ihm dennoch ſeine Freiheit und ſeine Verfaſſung ließ. Er wird denjenigen aufnehmen, der für die Freiheit gelitten hat. Schafft alles Nöthige herbei; ſobald die Nacht eingebrochen iſt, wollen wir uns


