Teil eines Werkes 
8.-10. Bdchn. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

33

legenheit das Blut ſo vieler ehrenwerther, großherziger Ita⸗ liener ohne irgend einen Vortheil vergoſſen werden ſollte.

Die Lanzenreiter, die mehr als tauſend Mann ſtark waren, auserleſene, im Krieg ergraute Streiter, hatten, weil ſie dieſen Kampf als einen Privatſtreit zwiſchen zwei Nationen um der Ehre willen betrachteten, verſprochen, ſich nicht einzumiſchen, noch für die Einen oder die Andern

Partei zu ergreifen, und waren zwar bewaffnet und ge⸗

rüſtet, aber als müßige Zuſchauer des Kampfes in ihren Quartieren ſtehen geblieben. Als Don Ferrante bemerkte, daß die Italiener die Oberhand bekamen und ihren Vor⸗ theil ſo kühn verfolgten, befürchtete er, es möchte ihnen wirklich gelingen, ihre Feinde ganz zu zerſtreuen und zu ver⸗ nichten, und obgleich er nicht von den Planen der Pia⸗ gnoni unterrichtet war, die in Florenz eingeſchloſſenen Soldaten zu Gunſten ihrer Landsleute aufzuwiegeln, ſo fürchtete er doch, es könnte dieſes leicht geſchehen und ſah darin einen großen Nachtheil für das kaiſerliche Lager und ſeine ganze Unternehmung, welche bereits zu einem ſo glücklichen Ende geführt ſchien. Er begab ſich ſchnell da⸗ hin, wo ſich die Lanzenreiter befanden und ſagte zu ihrem Befehlshaber Tanuſio, indem er ſich ſtellte, als ob er das ganz gewiß wiſſe, was er nur vermuthete: Die Italiener, innerhalb und außerhalb der Mauern hätten ſich verſtän⸗ digt, mit allen Ausländern anzubinden, welche in dieſem Feldzug dienten; mit den Spaniern hätten ſie angefangen und wenn er ihnen. Zeit laſſe, ſie wirklich zu ſchlagen, ſo würden ſie alle zugleich über die Lanzenreiter herfallen; ſie möchten alſo auf ihre Rettung bedacht ſein und ihm nach⸗ her nicht vorwerfen, daß er ſie nicht gewarnt habe. Wäh⸗ rend er ſprach, zeigte er Tanuſio die Fähnlein, welche aus Florenz zogen und ſagte: Da kommen ſie gerade heraus; in welcher Abſicht, das weiß Gott, aber bald werdet ihr es auch wiſſen. Der Kunſtgriff des Don Ferante(und zum Theil hatte er nicht Unrecht) that die gewünſchte Wirkung; Niccolo de' Lapi. II. 3

11 4 . 4 3 13 1 . ſi 1 6