34
wenige Augenblicke nachher zogen zwölf Fähnlein Lanzen⸗ reiter, mit ihrem Feldherrn an der Spitze, in gedrängten Reihen und in ſtarkem Schritt den Berg herab und be⸗ drohten die Italiener im Rücken, welche ermattet, an Zahl geſchwächt und nicht ſehr in Ordnung waren, theils in Folge des langen Kampfs, theils in der gewiſſen Mei⸗ nung, jetzt Sieger zu ſein.
Fanfulla, der, wie er in der vergangenen Nacht in in S. Marco ſich ausgedrückt hatte, als er die Eigen⸗ ſchaften eines alten Soldaten beſchrieb, immer ein Auge bei der Katze und das andere bei der Schüſſel hatte, be⸗ merkte dieſe Bewegung zuerſt und machte ſeine Gefähr⸗ ten darauf aufmerkſam, welche ſtaunend nicht daraus klug werden konnten, was wohl die Abſicht der Lanzenreiter ſein moͤge. Einige Büchſenſchüſſe aber, welche aus ihren Reihen abgefeuert wurden und einige der Streiter verwun⸗ deten, ließen keinen Zweifel mehr übrigz die armen Ita⸗ liener, welche in die Mitte genommen und niedergemacht wurden, riefen:„Verrath!“ Zu gleicher Zeit aber mußten fie daran denken, ſich von einem Orte zurückzuziehen, wo ſie, von jeder Seite angegriffen, ſich unmöglich länger hal⸗ ten konnten.
Mit einer Schwenkung zur Rechten näherten ſie ſich in engen Reihen beſtändig, ſowohl die Lanzenreiter als die Spanier, welche bei der Ankunft der unerwarteten Hülfe wieder angriffsweiſe verfuhren, von ſich abwehrend, dem Arno, in der Abſicht, ihn unter Monte Uliveto zu durch⸗ waten und ſich auf dem andern Ufer in Dörfern bei Fie⸗ ſole zu verſchanzen.
Der Strom, der, in dieſer Jahreszeit faſt immer ſeicht und waſſerarm, auf einer Seite ſeines Bettes daherfließt und die Kieſel des übrigen Bettes trocken und weißglänzend liegen läßt, war durch das Unwetter der vergangenen Nacht nicht wenig angewachſen und ſtrömte trub und angeſchwollen, jedoch nicht ſo tief, daß er gar nicht hätte durchwatet werden können, namentlich von ſo tapfern, wagehalſigen Männern,
X


