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ſammelte ſich ein ſo gedrängter und enger Kreis um Bindo, der jetzt den Mittelpunkt bildete, daß es unmöglich war, Spieße oder Schwerter zu gebrauchen, und daß ſie ſich kaum ihrer Dolche bedienen konnten; deſto erbitterter aber und angeſtrengter wurde der Kampf, denn man mußte, ſo zu ſagen, bohren, um einander treffen zu können; die Arm⸗ ſchienen, die Schilde, die Bruſtpanzer waren im Ringen eng an einander gedrängt; jeder fühlte in ſeinem Geſicht den haſtigen glühenden Athem des Feindes, den er vor ſich hatte, und Leben und Tod hingen davon ab, wer zuerſt das Glück hatte, von unten und im Verborgenen einen Weg für ſeinen Dolch zu finden; daher kam es oft vor, daß von zweien, die mit knirſchenden Zähnen, mit wuth⸗ 3 glühenden Geſichtern darauf lauerten, einander den Tod geben zu können, auf einmal das Geſicht des Einen er⸗ bleichte, ſeine Augen ſich verzerrten und brachen und das Haupt ſich ſenkte, während der in der engen Schlachtreihe gefangene Leichnam längere Zeit brauchte, bis er zu Bo⸗ den kam.
Bei gleichen Kräften, gleichem Muth und gleicher Er⸗ bitterung kann oft eine Kleinigkeit den Sieg entſcheiden. Die gefallene Fahne brachte eine große und augenblickliche Wirkung auf den Muth derjenigen hervor, welche entfern⸗ ter kämpften, indem ſich derjenige der Spanier verminderte, der der Italiener aber erſtaunlich vermehrte und das un⸗ aufhörliche begeiſterte Geſchrei:„Sieg, Sieg!“ wurde an dem Orte, wo der heftigſte Kampf um die Fahne geſtrit⸗ ten wurde, häufig wiederholt. Die merkwürdigſten Waf⸗ fenthaten wurden ſowohl in der Vertheidigung derſelben, als bei den Verſuchen, ſie wieder zu gewinnen, vollführt und als ſo viele gefallen waren, daß das erſte Gedränge
ſich aufgelöſt hatte und die Männer ſich wieder ein wenig ordnen und ihrer Waffen bedienen konnten, ſah man einen Spanier über die Leichenhaufen ſpringen, ſich der gefalle⸗ nen Fahne nähern und ſie ergreifen, während Bindo mit der Hand, die er frei hatte, einen Schwertſtoß führte, der


