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Alle ſtürzten ſich, wie Löwen, nach jener Seite, er ſelbſt voran, mit jener unglaublichen Tapferkeit und Ge⸗ wandtheit, die ihm eigen war, und ohne daß einer der Feinde ihn abwehren konnte, ſtieß er dem Bannerträger ſein Schwert in den Leib und vorwärtsſtoßend heftete er ihn mit dem Griff des Schwertes an die Erde; mit ihm fiel ſein Banner, das ſehr groß war und vom Winde ge⸗ beugt wurde und bedeckte viele Soldaten, welche nun am Sehen verhindert, ſich nicht rühren noch kämpfen konnten und, während ſie ſich jenes Hinderniſſes zu entledigen ſuch⸗ ten, eine ſolche Verwirrung in ihren eignen Scharen her⸗ beiführten, wie ſie bei den Galeerenſtlaven ſtattfindet, wenn bei einem Schiffbruch der Maſtbaum mit allen ſeinen Se⸗ geln bricht und auf ſie fällt.
Die Unſrigen verloren keinen Augenblick; ſie drangen mit Dolchen und Meſſern in dieſe Lücke und ſchlachteten ſo, daß nur Wenige von dieſen Gehemmten ſich wieder frei machen konnten und faſt Alle, von hundert Stichen durch⸗ bohrt, zu einem Leichenberge übereinander hinſanken. Lam⸗ berto machte ſich ein wenig Platz, ergriff die Fahne, drehte ſie um, indem er die vergoldete Spitze, welche ſie am obern Ende hatte, in den Boden ſtieß und ſagte zu Bindo, den er am Arme zurückhielt, als er ſich eben auf die von allen Seiten herbeiſtürzenden Feinde werfen wollte:
„Halte dieſes Banner feſt, denn bei Gott, jetzt haben wir geſiegt!“
Der gute Lamberto ſah ein, daß um dieſe Fahne ſich der letzte und furchtbarſte Kampf erheben würde, und daß, während der Jüngling zu der Ehre des Fahnenträgers kam, dieſer eben dadurch in den Mittelpunkt der Seinigen an den ungefährlichſten Punkt der Schlacht verſetzt würde.
Wirklich zogen die Spanier ihre ganze Macht an die⸗ ſem Punkt zuſammen, als ſie ihre Fahne am Boden er⸗ blickten; aber die Italiener drangen eben ſo ſchnell unter furchtbarem und freudigem Siegesgeſchrei heran. Dadurch


