Teil eines Werkes 
8.-10. Bdchn. (1845)
Entstehung
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uns einander nichts Uebles zufügen können, ſo wird doch der Haß fortgepflanzt durch beleidigende Worte, durch Schimpfnamen: wir nennen die Piſaner Verräther, die Florentiner Blinde und die von Siena Narren und der⸗ gleichen mehr. Und nicht nur zwiſchen Stadt und Stadt, zwiſchen Land und Land, ſondern in jeder Gegend, in je⸗ dem Haus, in jeder Hütte ſogar verfolgt man ſeine Nach⸗ barn mit Reibungen, Beleidigungen, mit Neid, mit Haß zum wenigſten, wenn man nicht anders kann!

Hier ſtreckte er ſeinen Arm aus, deutete auf die unten liegende Stadt und fuhr fort:

Hier haben wir ja ein ganz friſches Beiſpiel. Flo⸗ renz, welches frei, reich und glücklich, Florenz, das die Ehre und der Ruhm Italiens, die Mutter ſo manches großen Geiſtes, ſo vieler Tugenden und aller ſchönen Künſte war nun ſagt einmal, dieſer Schandbube von Pabſt! Florenz ſoll mein ſein! Das erſte Mittel iſt, wie gewöhnlich, daß man dieſe Spanier, dieſe Räuber zu Hülfe ruft! Sie laſſen es ſich natürlich nicht zweimal ſagen!. Sie ſäumen nicht! Es handelt ſich ja darum, Florenz zu plündern! Wie benehmen ſich die andern Städte dabei? Was thut Venedig, Siena, Genua? Venedig ſchließt einen ehrlichen Frieden mit dem Kaiſer, verleugnet ſeine Verſprechungen und ſieht zu; Siena ſchickt ſogar Geſchütze herbei, um zu dem Un⸗ tergang ſeiner Nachbarin mitzuhelfen... Hier blickte er auf eine große Feldſchlange, welche in der Nähe lag, ſtieß zornig und verächtlich mit dem Fuß nach derſelben und rief:

Kommen nicht dieſe Feldſtücke, die ich mit einem Fußtritt in Staub zermalmen möchte, von Siena? Sind das nicht italieniſche Waffen? Und Ihr, Ihr meine Ge⸗ fährten, laßt es mich Euch ſagen und deutet es mir um Gotteswillen nicht übel.... ſeid Ihr nicht alle Italie⸗ ner? Habt Ihr nicht zu dem Untergange dieſer edlen Stadt mitgeholfen? Und welchen Vortheil habt Ihr da⸗

Niccolo de' Lapi. Ml. 2

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