Während er dieſe Worte ſprach, war die Reihe an Bindo gekommen, den Vater zu umarmen. Ein trauriges Vorgefuhl bemächtigte ſich ſeines Innern(wer kann ſich deſſen in gewiſſen Augenblicken erwehren).. Er dachte, „vielleicht iſt es gerade dieſer Knabe, den ich erſt im Him⸗ mel wieder ſehen werde.“
Niccolo that ſich übermenſchliche Gewalt an, um die Thränen zurückzuhalten, die ihn beinahe überwältigt hätten. Er wußte, wie viel davon abhing, daß er ſich jetzt ſtark zeigte, überwand jedes andere Gefühl und ſprach mit hoch⸗ gehobenem Haupte und ausgeſtreckten Armen zu ſeinen Söhnen:
„O Florenz! O Vaterland! mir bleibt nichts Anderes übrig, als das Leben meiner Lieben; ich ſchenke es Dir!“
Als er dieſe Worte geſagt hatte, ſank er auf ſeinen Sitz zurück und bedeckte ſeine Augen mit den Händen. Lange blieb er in dieſem faſt bewußtloſen Zuſtande ſitzen, nahe daran, ſo heftigen und wiederholten Stürmen zu er⸗ liegen; er fühlte ein verworrenes Sauſen in den Ohren, ſein Bewußtſein nahm ab und begann zu ſchwinden, ſo daß er nicht mehr unterſchied, ob er träume oder wirklich die Schritte ſeiner Söhne und des Volkes höre, das die Kirche verließ.
Nach einer langen Pauſe kam er wieder zu ſich ſelbſt. Er öffnete die Augen und blickte umher. Neben ihm be⸗ teten Bruder Zaccaria und einige Mönche; alle Uebrigen hatten ſich entfernt.
Als Letztere aus der Kirche in das Kloſter getreten S Begriff waren, auf die Straße zu gelangen, ſagte Troilo:
„Es kommt jetzt Alles darauf an, unbemerkt in das Lager zu gelangen. Obgleich an den Thoren nicht ſonder⸗ lich ſtreng Wache gehalten wird und die Bürger ziemlich frei mit dem Lager verkehren dürfen, ſo halte ich doch für gut, daß wir nicht in einem Haufen hinausgehen, dieß könnte Verdacht erregen, ſondern wir wollen uns theilen


