borgenen ſeine Andacht ungeſtört verrichten, dort lehnte er ſich, den Rücken der Kirche zugekehrt und ganz zuſammen⸗ ekauert, an ein Betpult, zog aus ſeinem Buſen ein S womit er beſtändig verſehen war, und ſchrieb in ile:
Wir gehen in's Lager, um die italieniſchen Scharen aufzuwiegeln und ſie gegen die Spanier zu hetzen; wenn der Verſuch begonnen hat, wollen wir unter den Soldaten in der Stadt einen Aufſtand erregen und dieß könnte leicht gelingen. Daher ſeid auf eurer Hut, haltet gute Wache an den Thoren. Vergeßt nicht, daß ich nicht weiß, wie ich mich von dieſen Leuten wegſtehlen ſoll, wenn Ihr mir nicht dazu helft.
Er bog das Blättchen zuſammen und ſteckte es in ſeine Taſche, wenn wir da heraus gehen, dachte er, wird ſich Michele ſchon ſehen laſſen; dieſer ſoll es zu Baccio bringen.
Inzwiſchen hatte Niccolo ſein Gebet geendet; er war aufgeſtanden und hielt an die Nächſtſtehenden, die ſich um ihn ſammelten, eine kleine Rede, wie ſie für die Kürze der Zeit und die Wichtigkeit des Falles paßte. Die Anſtrengungen, die Unruhe und die Schlafloſigkeit der ver⸗ gangenen Nacht hatten die Kräfte des armen Greiſes er⸗ ſchöpft; er fühlte ſich, ſo willig er auch dazu geweſen wäre, unfähig, die Anderen zu dieſer letzten Unternehmung zu begleiten. Der Gedanke an ſich ſelbſt, an die Gefahr, der er ſich ausſetzte, hätte ihn gewiß nicht zurückgehalten, wenn er hätte denken koͤnnen, daß ſeine Gegenwart noch zu etwas nützlich ſein würde; er ſah aber ein, daß er ſtatt deſſen blos den Jüngern im Wege ſein würde.
„Geht,“ ſagte er endlich, und umarmte Einen um den Andern,„geht hin, und wenn ich Euch auch körper⸗ lich nicht begleiten kann, ſo werde ich in meinem Herzen und in meinen Gebeten um Euch ſein und wen ich von Euch in dieſer Welt nicht mehr ſehen werde, den werde ich im Himmel ſehen.“


