Teil eines Werkes 
8.-10. Bdchn. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

Werk gegangen werden ſolle; denn das Gewitter hatte aufgehört, der Himmel war von jeder Wolke gereinigt und das erſte Roth ſtralte bereits mit ſanftem heiterem Lichte um den ganzen Morgenhimmel; deßhalb war keine Zeit zu verlieren.

Ehe wir aufbrechen, ſagte Niccolv zu Bruder Zac⸗ caria,ſeid ſo gefällig, uns eine Meſſe zu leſen, denn mit Gott müſſen wir anfangen, wenn wir wollen, daß er uns helfen ſoll.

Der Mönch trat in die Saeriſtei und kehrte bald darauf im Ornat zurück. Die Meſſe begann und Alle hoͤrten ſchweigend und mit der Andacht dem Gebete zu, welche das Herannahen großer Gefahren erregt. Troilo hatte ſich gleich den Andern auf die Knie geworfen und heuchelte Ernſt und Andacht, während er leiſe zu ſich ſel⸗ ber ſprach:

Jetzt geht es alſo hinaus in das Lager und wir binden ohne weiters an. Baccio wird, glaube ich, eben ſo wenig daran denken, mich aus der Schlinge zu ziehen, als ich daran denke, Moͤnch zu werden! Was habe ich nun zu thun, um ihn von dem, was geſchehen ſoll, zu benach⸗ richtigen? Es mag gehen, wie es will, ſo muß ich Mi⸗ chele aufſuchen.

Er meinte ſeinen Bedienten, den wir, wenn der Leſer ſich noch daran erinnert, in dem Torre del Gallo ange⸗ troffen haben. Dieſer war, ſo lange die Belagerung ge⸗ dauert hatte, im Lager zurückgeblieben, hatte ſich nachher nach Florenz begeben und ſich dort nach Troilos Unter⸗ weiſung, ohne ſich im Hauſe Lapi ſehen zu laſſen, ſo um⸗ getrieben, daß ſein Herr oft genug mit ihm zuſammen treffen und ihm bei jedem unverhofften Ereigniß die nöthi⸗ gen Befehle ertheilen konnte.

Nach geendigter Meſſe empfingen alle das heilige Abendmahl, Troilo ſo gut wie die Uebrigen. Als der Letztere von dem Altar zurückkehrte, zog er ſich in den Hintergrund einer Kapelle zurück, als wolle er im Ver⸗