Teil eines Werkes 
8.-10. Bdchn. (1845)
Entstehung
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gen ſollt, um wie viel weniger werde ich von Euch ver⸗ langen, daß Ihr es zu meinem Vortheil thut. Gott wolle es nicht! Nun aber geht und betet für mich, wie ich für Euch beten werde.

Nun glaubte Troilo, der während aller dieſer Bor⸗ fälle ſich nicht gerührt noch den Mund geöffnet hatte, den für ſeinen Vorſatz günſtigen Augenblick gefunden zu ha⸗ ben. Er trat daher vor und ſprach entſchloſſen und kühn:

Herr Niccolo und Ihr, Bürger, hört mich an! Ich glaube noch einen Ausweg gefunden zu haben! Es bleibt uns noch eine Hoffnung übrig.

Bei dieſen Worten wendeten ſich alle nach ihm hin und blickten ihn ſtarr an, denn Niemand verſah ſich in dieſem Augenblick einer ſolchen Aeußerung und am wenig⸗ ſten von Troilv.

Ja, es bleibt uns noch ein Weg offen, ein ſehr zweifelhafter und ſchwieriger, es iſt wahr, aber in der Lage, in der wir ſind, kann die Kühnheit, ja ſogar die Verwegenheit für Klugheit gelten. Sagt mir, wer hält Florenz den Fuß auf den Nacken? Wer hat es jetzt be⸗ ſiegt in ſeiner Gewalt, daß es ſich nicht mehr vertheidigen kann? Wer ſonſt, als das kaiſerliche Heer? Läßt ſich hoffen es anzugreifen und mit den ſchwachen Kräften einer eingeſchüchterten und uneinigen Stadt zurückzuwerfen? Das wäre Thorheit! Wenn ich Euch aber ein Mittel zeigte, es vurch ſeine eigenen Waffen zu ſchlagen? Und dieſes Mit⸗ tel hoffe ich gottlob gefunden zu haben.

Niccolo ſchlang die Arme um den Hals des Verrä⸗ thers; dieſer nahm die Umarmung in beſcheidener Haltung hin und fuhr fort:

Ihr wißt, aus wie vielen verſchiedenen Nationen das Lager zuſammengeſetzt iſt und wie dlie Tage aus Haß und Eiferſucht Händel unter ihnen vorfallen. Ich ſelbſt, der nur zu lange mit ihnen gegen dieſes unglückliche Vater⸗ land kämpfte, kenne gar manche von den italieniſchen Ober⸗