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viele Seiden⸗ und Wollenarbeiter und Handwerker aus dem gemeinen Volk eingetreten, Alle ſo gut ſie es o r⸗ mochten, mehr orer weniger bewoffnet; auch erſchnen Einige von den jungen Leuten, mit welchen Bindo ge⸗ ſprochen hatte, alle jeroch machten höchſtens eine Schar von zweihundert Pe ſonen aus. De Zeit verlief ſchon ſeit länger hatte die Uhr der Sakriſti zwei geſch a en und man ſah Niemand mehr erſcheinen, und riejenigen die ſich dorthin begeben hatten, fingen, als ſi ihre kleine Anzahl und die Petrübnitß, welcke tie Mienen aller Umſtehenden und ſogar Niccolo's ausdrückten be⸗ merkten, größtentheils es zu bertuen an, daß ſie ihr Haus verlaſſen hatten.
Niccolo ſtand beſtürzt und ſchwankte zwiſchen ver⸗ ſchiedenen entgegengeſetzten Entwürfen. Er konnte es weder über ſich gewinnen, ſie nach Hauſe zu chicken und der letzten Hoffnung zu entſagen, noch dieſe W⸗ nigen zu einem verzweifelten Eniſchluß anzuſpo nen, der ihren gewiſſen Tod herbeiföhren mußte. Wädrend er in dieſer Ungewißheit ſchwebte, hatten die Möache mehrere Bänke längs der beiden Stiten der Kuche vom Hauptaltar an aufgeſtellt auf welche ſie ſerbſt und die Angeſehenſten der Verſammlung ſich ſetzten; das übrige Volk ſtand im Hntergrund der Krrche und ſchloß auf dieſer Seite das Viereck, welches in der Mitte leer blieb. Riccolo ſaß auf einem Lehnſeſſel, welcher an ras obere Ende deſſelben geſtellt worden war, und hatte den Bruder Zaccaria und ſeine Söhne zur Seite, die ſich ehrerbietig mit ihm unterre eten. Nun trat von der Thüre der Sakriſtei her ein alter Mann in die Mitte dieſes Vierecks, den man ſeiner Kleidung nach für einen armen Handwerker halten mußte. Er trug über ſeinen gewöhnlichen Gewindern enen ganz verroſteten Bruſtharniſch und ein Schwert an der Seite. Sein Ausſehen war das eines Manns, welchen Jahre und Leiden rem Ende des Lebens nahe gebracht hatten, dieſes aber hatte ſeine ganze Kraft


