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Fanfulla ruft es da, Fanfulla dort, Grüß Gott! Gu⸗ ten Tag! Was gibts? Was gibts nicht?„5ch ſage zu mir ſelbſt: Nun beweis einmal, was du kannſt! und fange an: Schöne Ehre, bei Chriſtus und der Ma⸗ donna„
Kaum hatte er dieſes geſagt, ſo ſchlug er ſich mit der Hand auf den Mund, indem er wahrnahm, daß er die Scene mit allzu großer Wahrheit darſtellte, und ſich ſogleich corrigirend fuhr er fort:
„Schöne Ehre habt ihr eingelegt, die Stadt auf Capitulationen zu übergeben und es iſt nicht einmal eine Hand breit von Befeſtigungen demolirt, es fehlt auch nicht an Blei und Kugeln; ihr habt das Leder eurer Schärpe noch nicht gegeſſen. Wenn ich gewußt hätte, daß es nur Spaß wäre, ſo wäre ich in S. Marco geblieben(ich ſagte nur ſo, denn die armen Schelme haben ſich nicht ſchlecht betragen, aber mit Soldaten muß man einmal ſo ſprechen); fſie aber ſagten der Eine dieſes, der Andere das, ſie thaten ganz wütheend und ſchämten ſich wirklich.. Die Rathsherrn find Schuld geweſen, ſie und der Verräther Malateſta Der eine zuckte die Achſeln, der Andere fluchte, ein Dritter ſagte: Wir find noch da! Wer bezahlt uns und zeigt uns den Weg? Da iſt ein Hauptmann von den Gas⸗ cognern, ein tapferer Mann; wir waren miteinander bei der Einnahme von Brescia; dieſer ſagte zu mir: Geſtern, wenn das Palagio gewollt hätte, ſo würde ich mit meinen Leuten die Schar des Malateſta an⸗ gegriffen haben; ſie haben es nicht gewollt; ich habe nicht mehr zu befehlen als die Rathsherrn; heute iſt es zu ſpät.“
Fanfulla ſchwieg eine Weile, dann zuckte er die Achſeln, kreuzte die Arme auseinander und ſagte:
„Er hat Recht! Was wollt Ihr ihm antworten? Im Kriege beruht Alles auf der Gelegenheit! läßt du dieſe entſchlüpfen, deſto ſchlimmer für dich.“
Während Fanfullas Rede waren nach und nach


