Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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Und den Nonnen ging es eben ſo? fragte ein Novize zitternd mit leiſer Stimme.

Ebenſo! Noch ſchlimmer! Und der Teufel ſuchte bald die Eine, bald die Andere heim und ließ die ar⸗ men Mädchen Dinge thun, und was für Dinge! Aber was wollt ihr? Es war nicht ihre Schuld, ſondern es war der böſe Feind. Dann ſchickten ſie ſogleich zum Bruder Dominico und dieſer durfte ſich nur zeigen, um die Beſeſſenen zu heilen. Wenn er abgehalten war und nicht ſelbſt gehen konnte, ſo ſchickte er einen An⸗ dern mit der Bibel und ließ dem Teufel befehlen, aus⸗ zufahren. Da konnte man den Teufel ſchreien hören:Da iſt er, da iſt er mit ſeinem Kuttenkopf, und wenn er un⸗

ſern heiligen Propheten nennen wollte, ſo ſagte er ſtatt

Bruder Girolamo ſpöttiſch: Bruder Giraffa und andere ſolche Schändlichkeiten. Genug, wir wollen Gott dan⸗ ken, daß dieſe Prüfungen von uns genommen find!

Dieſe Worte wurden unter andern von einem al⸗ ten Mönch vernommen, einem unſcheinbaren Mann, der durch ſeine Kaſteiungen das Anſehen einer natür⸗ lichen Mumie bekommen hatte⸗ wie man ſie z. B. im Kapuzinerkloſter in Rom fieht, aus deren Kutte nur ein mit gelber Haut überzogenes, trockenes, verzerrtes Geſicht hervorblickt. Dieſer, der in ſeinem ganzen Le⸗ ben keine glückliche Stunde gehabt hatte, weil er be⸗ ſtändig von Zweifeln geplagt wurde, ſagte mit zittern⸗ der und grillender Stimme:

Ich will Euch ſagen, Brüder, warum der Teu⸗ ſel uns jetzt nicht auf andere Weiſe plagt und nicht mehr ſichtbar erſcheint. Es geſchieht deßhalb, weil es in der Welt mehr nach ſeinem Wunſche zugeht(hier ſeufzte er). Ja nur zu ſehr! Denn in dieſem Kloſter

ging es ganz anders zur Zeit des Bruders Girolamo

(ein zweiter Seufzer). Wir find weichlich geworden in

Speiſe, in Kleidung und in Allem, anſtatt auf den

heiligen Geiſt zu achten, anſtatt das insenire pro Christo, find wir zu der Eitelkeit weltlicher Beſtre⸗