Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

239

kuk kam ihm in den Sinn) einen Beſen und zerfetzte das Bild des Teufels an mehreren Stellen. Was meint ihr? Des Nachts waren wir von der Frühmeſſe zurück⸗ gekommen und er war wieder eingeſchlafen.

(Die Novizen drängten ſich zuſammen und ſahen ſurchtſam um ſich, als ſollte jeden Augenblick ein Spuk in der Kirche erſcheinen.)

Ungefähr um 2 Uhr nach Mitternacht hörten wir ein Geklopf und ein halb unterdrücktes Geſchrei... und wer war es?... Es war der böſe Geiſt, der, um ſich zu rächen, dem Bruder Dominico ſo viele Schläge ver⸗ ſetzte, daß er halb todt liegen blieb, das mag Gott bezeugen!*) Ich will mich gerade nicht der Tapferkeit rühmen, wenn ich aber die Zellen reinige und irgend einen Teufel ſehe, ſo empfehle ich mich Gott und ſage vor mich hin:

Laß mich nur gehen, laß mich nur gehen,

Thu Dir nichts Böſes und nichts Gutes.

Stellt Euch vor, wenn er ſo mit dem Bruder Dominico verfahren iſt, der die Weihen hatte, da würde er mich, den armen Laienbruder, zerriſſen haben... Gott helfe mir und die heilige Jungfrau!... Jetzt zwar haben wir ein wenig Ruhe, aber damals in man⸗ cher Nacht konnten wir den Weg zu der Wendeltreppe nicht finden, wenn wir zu dem Chor hinabgehen woll⸗ ten, große, ſchwarze Katzen ſah man auf den Dächern mit Augen wie Fackeln, an den Wänden krochen Sa⸗ lamander wie die Raupen und manchmal hab' ich ſelbſt einen auf der Flamme einer Lampe ſtehen ſehen, wie er ſich am Feuer ergötzte. Das glaube ich wohl, im Vergleich mit dem hölliſchen, wird es ihm eine Ab⸗ kühlung gedünkt haben, und wie ich um eine Ecke des Schlafſaals bog, da ſtand es im Hintergrund klein, ganz klein, aber ganz Auge und Mund. O Herr, hilſ uns, meine Augen haben furchtbare Dinge geſehen!

*) Dieß wird von Burlamachi in Savonardlas Leben als Thatfache erzähit⸗