Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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geheimnißvolle Unheil verkündenden Stimmen aus den Abgründen der Hölle, als Vorzeichen einer wahren Heimſuchung der Teufel, die ſich zu einem Angriff auf das Kloſter rüſteten, und ein alter Laienbruder ſprach ſeufzend und ſich bekreuzigend:Scheint es doch, als ob die Nonnen von San Lucia wiever ein wenig Feiertag haben ſollten, wie damals, als der ſelige Bruder Girolamo ins Pelagio gebracht wurde.*)

Einige junge Novizen ſchauderten bei dieſen ſo ernſt und ängſtlich geſprochenen Worten zuſammen, ſie riſſen Augen und Mund auf und warteten, ob der alte Mönch ſich nicht näher erklären würde. Der Laienbru⸗ der fuhr mit betrübter Stimme fort:

Wer in dieſem Kloſter alt geworden iſt, der hat Manches durchgemacht; es hat Zeiten gegeben, da der böſe Feind uns weder Tag noch Nacht Ruhe ließ, und den armen Nonnen von S. Lucia hat er es ebenſo ge⸗ macht; aber damals lebte der Bruder Girolamo noch und der heilige Mann, Bruder Dominico von Pescia, den hätte man mit dem Teufel kämpfen ſehen ſollen! Er verſtand keinen Spaß und dennoch wurde auch ihm einmal ein Streich geſpielt, daß jeder minder Beherzte dem Teufelaustreiben für immer entſagt hätte. Hört einmall! Es wurde uns Allen eine Furcht eingejagt, daß ich es Euch gar nicht ſagen kann. Ihr kennt die Zelle, welche gegenwärtig Bruder Giordano bewohnt, mit dem Bilde unſeres Erlöſers, wie er vom Teufel verſucht wird, jenen kohlſchwarzen Teufel mit dem langen Schwanz und ben großen Hörnern. Der ſelige Bruder Dominico nahm eines Tages(was zum Ku⸗

4) In der Nacht, in welcher das Kloſter S. Marco er⸗ ſtürmt wurde, blieben, wie der Pater Pacifico Burlamachi erzählt, die Nonnen des Kloſters S. Lucija von den Anfech⸗ tungen der böſeu Geiſter verſchont. Am Morgen darauf lie⸗ ßen ſie ſich durch den Mund der Ronnen vernehmen. Heute e haben wir bei dem Angriff auf die Moͤnche zu thun gehabt.