Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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bewegte und die Gewichte herabhingen, die Mitter⸗ nachtsſtunde; bald darauf ſchlug auch die Uhr der Sacriſtei und dann diejenige des Glockenthurmes. Es war die beſtimmte Stunde und es konnte nicht mehr lange anſtehen, daß die Erſten erſcheinen würden. Ein Mönch wurde abgeſchickt, um an der Gartenthüre ge⸗ gen die Str aße del Maglio zu warten, und ermahnt, jeden einzulaffen, der die Lvoſung: S. Marco und Frei⸗ heit, geben würde.

Dreißigſtes Kapitel.

Niccolo war indeſſen in die Kirche hinabgeſtiegen und vor dem Hauptaltar auf die Kniee geſunken. Ein Sacriſtan zündete vier Wachslichter an, welche das Dunkel ein wenig zerſtreuten, denn ſo wenig Licht reichte nicht hin, einen ſo weiten Raum ganz zu er⸗ hellen; von Zeit zu Zeit aber thaten dieſes die zucken⸗ den Blitze, welche in den mannigfaltigen Farben der gemalten Scheiben gleich einem ſchnell wieder ſchwin⸗ denden Regenbogen durch die Kirche fuhren, um dann die Finſterniß noch dunkler, das Licht der Kerzen noch matter erſcheinen zu laſſen.

Die Flämmchen, die bisher aufrecht und unbe⸗ weglich gebrannt hatten, begannen auf einmal zu wan⸗ ken und ſich zu beugen und wurden ſo klein, als wenn ſie erlöſchen wollten, denn das Gewitter, das auf den Gebirgen von Mugello emporgeſtiegen war, hatte ſich ſchon genähert; es erhob ſich jener feuchte und friſche Wind, der dem Orkane voranzugehen pflegt, und drang pfeifend durch die Spalten der Fenſter, brach ſich un⸗ ter den Thorhallen des Kloſters, durchzog die Gänge