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dieß bejaht wurde, öffnete er die Thüre halb und mit Vorſicht, und ſobald er ihn hineingelaſſen hatte, ſchloß er eilig alle Schlöſſer, welche am Thore waren. Es war ein alter Laienbruder, der noch von der Zeit des Fra Girolamo her dieſes Amt verwaltete, ein einfacher Mann und der Sache des Kloſters, ſo wie der Partei der Piagnoni ſehr ergeben.
„Verzeiht, Herr Niccolo,“ ſagte er,„daß ich Euch fragte, ob Ihr allein wäret; aber ich erinnere mich noch der Begebenheiten vom Jahre 98 und mir kommt es vor, als ſollten jene Zeiten wiederkehren. Ach, die Züchtigungen, die unſer heiliger Meiſter uns vorher⸗ ſagte, find noch nicht vorüber! Gott erbarme ſich unſer!“
„Muth, Bruder Gaudenzio! Er verläßt Niemand, außer die ſich von ihm wenden,“ ſagte Niccolo eintretend, und der alte Mönch faltete die Hände und erwiderte: „Amen!“ und bemerkte, während er ihm nachſah, wie langſam, matt und traurig Niccolo auf die Thüre des erſten Hofes zuging.„Armer alter Mann!“ ſagte der Mönch zuletzt und trat kopfſchüttelnd und ſeufzend wie⸗ der in ſeine Zelle am Thor. Die Erſchöpfung Nicco⸗ lo's, die bei einem Greis von ſo hohen Jahren, den die Aufregungen und Leiden der letzten Tage ſo ſehr gebeugt hatten, nur zu natürlich ſein mußte, wurde in jener Nacht noch durch den Zuſtand der Atmoſphäre vermehrt. Ueber das Arnothal und über Florenz hat⸗ ten ſich tiefhängende und vichte Wolken ausgebreitet, die einen dichten Nebelſchleier bildeten und jeden Luft⸗ zug verhinderten, ſo daß auch nicht der mindeſte Hauch den Athem in dieſer drückenden, todten Schwüle erfriſchte. Die Lampen des Kloſters, die, in großen Zwiſchen⸗ räumen aufgeſtellt, mehr zum Wegweiſer als zur Er⸗ hellung der Gänge dienten, brannten mit gerader und unbeweglicher Flamme und warfen nur ſchwache Licht⸗ ſtreifen auf die Mauer und auf das Gewölbe, alles Andere war dunkel; aber ſchwärzer als alles Uebrige erſchienen die Bogen des Kreuzganges, durch welche


