Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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ſtend umſtanden und auf die plötzliche und furchtbare Veränderung ſeiner Geſichtszüge ängſtlich Acht hatten, wie ſeine Stirne, ſeine ſonſt ſo furchtlos blickenden Au⸗ gen ſich nach dem Boden richteten, wie ſein Geſicht sine gelbe Farbe annahm und eine ſo troſtloſe Ver⸗ zweiflung ausdrückte, daß die Umſtehenden fürchteten, er könne jeden Augenblick todt zur Erde fallen, be⸗ mühte ſich Alles, mit Worten und Gründen, wie ſie Jedem gerade aus dem Herzen kamen, ihn zum Leben zu bringen und langſam in ſein Haus zurückzuſchleppen.

Es gelang ihnen, ihn dorthin zu führen, indem ſie ftill jene Straßen durchzogen, die kurz vorher von der Volksmenge erfüllt und ſo voll Geſchrei und Lär⸗ men geweſen waren, jetzt aber dunkel, verlaſſen und

ſtill erſchienen. Nur da und dort hörte man Schluch⸗

zen und unterdrücktes Wehklagen in die Lüfte empor⸗ ſteigen, ohne daß ſich erkennen ließ, woher es kam. Als Niccolo die dunkeln Mauern ſeines Hauſes wieder erblickte, das er ſo lange Jahre frei bewohnt hatte und jetzt als Sklave bewohnen oder verlaſſen ſollte, ver⸗ mehrte ſich noch die Bitterkeit ſeines Kummers, wie wenn ein Wanderer die Mauern zum erſtenmal wieder ſieht, welche er lange mit einem theuern Weſen be⸗ wohnte, das der Tod ihm für immer geraubt hat. Als er die Schwelle überſchritt, als er in ſein Zimmer trat, zog es ihm die Bruſt zuſammen, wie wenn er ein Gefängniß beträte. Er fand ſeine Töchter in Thränen, ſie gingen ihm entgegen und umarmten ihn noch bit⸗ terlicher weinend. Er ſtieß ſie nicht zurück, erwiederte aber auch keine ihrer ſtummen Liebkoſungen; er ließ ſich die Rüſtung abnehmen und warf ſie weit von ſich auf die Erde; er warf auf ſie den letzten bitteren Blick, dann ſchaute er nach oben zu der Niſche, wo die Aſche des Bruders Girolamo aufbewahrt war und blickte ſtarr auf dieſe Gegenſtände, die im jetzigen Augenblick einen ſolchen Sturm von Gedanken bei ihm erregen ſollten. So blieb er lange, bis ſich endlich der Un⸗