Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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Neunundzwanzigſtes Kapitel.

Als nun dieſe Partei bemerkte, daß Florenz in ihrer Gewalt war, forderten ſie vor Allem von der Rathsverſammlung die Freilaſſung derjenigen Bürger von der Partei der Palleschi, welche ſeit dem Anfang der Belagerung in dem Palagio gefangen gehalten worden waten. Die Rathsherren mußten gehorchen, da es mit ihrer Oberherrſchaft zu Ende war und ſetz⸗ ten ſie ſogleich in Freiheit. Man ſah ſie bald das Palagio verlaſſen und ihren Befreiern danken, worauf ſie auch Malateſta ihre Aufwartung machten, um ihm ihre Dankſagungen darzubringen.

Bufini, ein Augenzeuge dieſer Begebenheit, ſchreibt an Varcht, daß er und die wenigen noch übrigen Piag⸗ noni, obgleich ſie in dieſem Augenblick eher an den Tod als an das Leben gebacht, doch über den Aufzug vieſer Leute geſtaunt hätten; denn ſie hatten alle Sorg⸗ falt auf ihr Aeußeres vernachläſſigt und erſchienen mit langen Bärten, wie die Einſiedler von Falterona.

Durch dieſe Gewaltthat der Vornehmen waren die Rathsherren ganz auf ſich ſelbſt beſchränkt und da kein Ausweg mehr übrig blieb, gezwungen, der Ueber⸗ macht zu weichen: der Rath der Achtzig wurde in den großen Saal des Palagio zuſammengerufen. In dem⸗ ſelben Saal, der auf Antrag des Bruders Girolamo den Berathungen deſſelben angewieſen worden war und welchen Vaſari einige Jahre ſpäter mit geſchicht⸗ lichen Darſtellungen der Schlachten, welche die Skla⸗ verei der Florentiner nachher feſter ſchmiedeten, aus⸗ malte. Dieſe Rathsverſammlung nun wählte nach langem Kampf und in tiefem Kummer eine aus vier Mitgliedern beſtehende Geſandtſchaft an Don Ferrante