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ſchmerzlicher Kampf zwiſchen dem Wunſche, Zeden, der fliehen konnte, in Sicherheit zu bringen, und der Noth⸗ wendigkeit, diejenigen allein und unbeſchützt zu laſſen, welche egzutragen zu viele Zeit und zu viele Arme koſtete. Dieſe mißliche Lage veranlaßte bewunderungs⸗ würditze Aeußerungen von Seelengröße, Menſchenliebe und Kindlichkeit. Der Wille zu helfen, verlieh ſchwa⸗ chen Perſonen übernatürliche Kräfte; man ſah junge Mädchen den Vater oder die ohnmächtig gewordene Mutter forttragen und mit erſchöpften Kräſten an der Schwelle einer Kirche nisderlegen, wo ſie von mitlei⸗ digen Armen aufgenommen und an die Füße der Al⸗ täre gelegt wurden. Dieſen tugendhaften Handlungen gegenüber bemerkte man aber auch andere rohe und ſcheuß⸗ liche, und manche Mütter vergaßen aus Furcht und Beſorgniß für ihre Söhne jedes andere Gefühl. Sie ließen die Häuſer offen und dort alle diejenigen allein, welche nicht Kraft genug hatten, ihnen zu folgen, und zuweilen geſchah es, daß nicht von den feindlichen Soldaten, ſondern von der Hefe der Gauner in der Stadt Räubereien und Mordthaten an den Verlaſſenen begangen wurden.
Diejenigen Bürger, welche ihr Haus leer fanden, fragten nach ihrer im Schrecken geflüchteten Familie in der Nachbarſchaft, ſuchten ſie auf den Straßen und führten ſie wieder zurück, woher ſie gekommen waren; die Bürger waren durch die Bemühungen der Raths⸗ herren über die bevorſtehende Plünderung wieder ein wenig beruhigt worden. An jeder Brücke war ein Fähnlein Wache aufgeſtellt, um ſich gegen alle diejeni⸗ en, die von dem entgegengeſetzten Arnoufer herüber ommen würden, zu vertheidigen; daher hatte bei vie⸗ len der plötzliche Schrecken wieder einer neuen Hoff⸗ nung Plaß gemacht, und viele Stimmen unter dem auf dem Warktplatze verſgmelten Volke, obgleich nicht mehr ſo kühn wie vorherg riefen von Neuem nach ei⸗ ner Schlacht. Es waren aber auch nicht wenige für Niccolo de' Lapi. U. 14


