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Ees gehörte viel Muth dazu, daß dieſe Männer ſich ohne Beben in der Gewalt ſo vieler Leute ſehen konnten, deren Geſichter nichts Gutes weiſſagten, und die in dieſem Augenblick wohl Feinde genannt werden konnten und wußten, welchen Auftrag ſie brachten. Sie gingen muthig an die Erfüllung ihrer Pflicht und Niccolini zog den Brief heraus und fing an ihn laut vorzuleſen.
Aber ſchon bei den erſten Worten ſprang Mala⸗
teſta wüthend auf, rannte auf ihn zu, zog ſeinen Dolch und verſetzte ihm mehr als eine Wunde. Er hätte ihn getödtet, wenn nicht ſeine Wachen ſelbſt, die Fol⸗ gen einer ſo abſcheulichen Hanblung fürchtend, ihm die Hand gehalten hätten, oder vielmehr, wenn die Schwäche ſeines Arms nicht ſeinen Stoß unſicher und weniger gefährlich gemacht hätte. Als Zati ſeinen Gefährten ſo zugerichtet ſah, verlor er auf einen Augenblick den Muth und bat Malateſta um ſein Leben, der, vom Zorn geblendet, auch ihn bedrohte und ſich kaum bewegen laſſen konnte, ihn zu ſchonen. Nun erhob ſich ein ungeheurer Lärm im ganzen Hauſe, auf dem Hofe und in der Straße. Die Sol⸗ daten, welche zur damaligen Zeit jede Gelegenheit be⸗ nützten, um Beute zu machen, nahmen den Herolden ihre ſilbernen Stäbe ab, raubten die Maulthiere und ſogar den Mantel des verwundeten Bevollmächtigten, welchen Alemanno de Pazzi wegführte, freundlich un⸗ terſtützte und heilen ließ. Malateſta ſchäumte vor Wuth und Aerger, ſo vielen Hoffnungen entſagen zu müſſen, lief wie wahnfinnig umher und rief: Florenz ſei keine Stadt für Mauleſel und er wollte es retten trotz aller Verräther.
Nun entſtand die entſetzlichſte Verwirrung und Jedem wurde klar, daß nur die Gewalt jetzt entſchei⸗ den könne, wer Herr von Florenz bleiben werde, die Rathsverſammlung oder Malateſta; Letzterer aber war nicht ſo ſehr durch den Zorn verblendet, daß er nicht


