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aus einem andern Grunde. Genug, auch er ſetzte ſeine Unterſchrift bei, und kaum geſchrieben, wurde er in das Palagio gebracht.
Der Unwille und die Empörung, welche unter den Rathsherren bei Durchleſung eines Briefes entſtanden, der die Schlechtigkeit dieſes Verräthers ſo offen dar⸗ legte, läßt ſich nicht beſchreiben. Ohne Aufſchub faß⸗ ten ſie einſtimmig den Beſchluß, die Abdankung des Malateſta anzunehmen. Es wurde ſogleich eine Ant⸗ wort geſchrieben, in der man, ohne lange Beſchuldigun⸗ gen und Vorwürfe, welche ſich mit der Würde der Republik nicht gut vertragen hätten, ſein Begehren mit ehrenvolleren Worten annahm, als er verdiente.
Die Bevollmächtigten Andreolo Niccolini und Francesco Zati erhielten den Auftrag, Malateſta die⸗ ſen Brief zu bringen und nahmen den Notar Leo von Carlignano mit, um dieſen Act zu beglau⸗
gen.
Das Voſk wartete ungeduldig den Erfolg dieſer Unterhandlungen ab. Man ſah drei Maulthiere von den Thürſtehern an das Portal des Palaſtes führen; bald darauf erſchienen die genannten Bevollmächtigten, ſtiegen auf und machten ſich unter Vorritt von zwei Herolden durch die Menge hindurch auf den Weg, die ſich den wichtigen Auftrag, zu welchem ſie geſendet waren, zuflüſterte. Als ſie an das Ende des Via maggio, wo die erſten Wachen des Malateſta ſtanden, gelangten, geſtatteten ihnen dieſe den Durchzug, aber mit beleidigenden Worten und mit finſteren Blicken, aus denen ſie auf den Empfang ſchließen konnten, der ſie bei dem Feldhauptmann erwartete. Endlich ſtiegen ſie im Hofe ab, gingen die Treppen hinauf und fan⸗ den ihn in dem Saal, in welchem er gewöhnlich Audienz gab, auf einem Lehnſeſſel, von zahlreichen Wachen umgeben. Er empfing die Bevollmächtigten mit finſterer und hochfahrender Miene und erwiederte ihren Gruß kaum mit einem Kopfnicken.


