199
lagio zu. Von dem hin und her vrängenden Volke mit nicht ſehr freundlichem Gemurmel empfangen, ſtieg
er vom Pferd und die Treppen hinauf, wo die Ver⸗
ſammlung ſich befand, und entledigte ſich mit anma⸗ ßenden Worten des Auftrags, welchen Malateſta ihm ertheilt hatte.
Der Verräther hatte in dieſer Nacht keine Zeit verloren; da er wohl wußte, wie ſehr man allgemein gegen eine Capitulation und für die Fortſetzung des Kampfes geſtimmt war, ſo hatte er den genannten Cencio und noch einen andern zu Don Ferrante in das Lager geſchickt, und dieſe waren wit einer Taſche voll Vertragsartikel zurückgekommen, nach welchen die Medici in die Stapt zurückberufen werden, die Staats⸗ verfaſſung aber republikaniſch bleiben ſollte..
Dieſe trug Cencio alſo vor und ſagte, Malateſta rathe dazu, ſie anzunehmen und ermahne ſie, das äußerſte Verderben von Florenz abzuwenden, da ihre
Sache doch verloren ſei. Er ſprach ſo anmaßend, daß der Gonfaloniere nahe daran war, ihn verhäften
zu laſſen. Zu ſpät bemerkten die Rathsherrn ihren Fehler, ſich auf dieſen Schurken verlaſſen zu haben, der ſeine Larve jetzt ſo ſchamlos abnahm; zugleich hörte man auf dem Marktplatze das Volk nach der Schlacht rufen. Cencio wurde mit noch ſtolzeren Wor⸗ ten verabſchiedet und ihm aufgetragen, Malateſta zu ſagen, wie wir es mit Varchis Worten wiedergeben: „Die Rathsverſammlung habe dieſen ſo oft vorgeſchla⸗ genen und zurückgewieſenen Antrag wiederholt verwor⸗ fen und beſchloſſen, daß auf jeden Fall gekämpft wer⸗ den ſolle; daher ertheilen ſie, die Rathsherrn, ihm den Befehl und erſuchen ihn als Bürger bei ſeiner Ehre und zu ihrer Rettung, daß er ſeinen Soldaten den Befehl auszurücken ertheile, denn es ſei von ihrer Seite ſchon jede Vorkehrung getroffen und Alles vorhanden, was er zu dieſem Zweck verlangt habe, und noch et⸗ was mehr.“


